Der französische Schriftsteller Robert Merle (1908-2004) hat ein umfangreiches und breit gefächertes Werk hinterlassen. Es umfasst nicht nur seine 13-bändige Saga “Fortune de France”, mit der er einem breiteren Publikum bekannt wurde, sondern auch zeitkritische Romane wie “Der Tod ist mein Beruf” (dt. 1957) über Rudolf Höß oder “Die geschützten Männer” (1974), eine scharfe Abrechung mit dem extremen Feminismus, Übersetzungen und Theaterstücke. Merle konnte auf ein bewegtes Leben zurückblicken, das sich zwischen (scheinbaren) Gegensätzen bewegte: Seine Genossen in der Kommunistischen Partei Frankreichs, der er von 1974-1979 angehörte, nannten ihn den “roten Schlossherrn”, denn sein Hang zum Luxus ging ihm über alles. - Pierre Merle geleitet den Leser episodenhaft, aber immer einem roten Faden nach durch ein interessantes und wechselvolles Leben. Das liest sich spannend, abwechslungsreich und ist wohl formuliert. Allen Beständen, besonders jenen mit Merle-Liebhabern, gerne empfohlen.