Christoph Schlingensief ist ein Mann der Öffentlichkeit. Ein streitbarer Zeitgenosse, der die Dinge beim Namen nennt. Nun ist der Künstler auch als Privatperson nach draußen gegangen, indem er seine auf ein Diktiergerät aufgenommenen Gedanken und Berichte zu seiner Lungenkrebs-Erkrankung in Buchform veröffentlicht hat. Und dieses Buch hat es wahrhaft in sich. Von der ersten Diagnose über Operation und Chemotherapie lässt der Autor den Leser nicht nur an den äußeren Abläufen der Erkrankung teilhaben, sondern erlaubt ihm intime Einblicke in das Seelenleben des mit dem Tode Bedrohten. Schlingensief nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Wütend sind seine Anklagen gegen Gott und die Welt, verzweifelt seine Versuche, mit sich und seiner Situation ins Reine zu kommen. Einst steht fest: Schlingensief will leben und das mit ganzer Kraft. Denn, so lautet sein Fazit wie auch der Titel des Buches: “So schön wie hier kann es im Himmel gar nicht sein!” - Ein aufwühlendes Buch, keine Frage. Eines, das man nicht aus der Hand legt und das vermutlich vielen Lesern ganz tief aus der eigenen Seele spricht.