Spätestens seit seinem Text zum Vaterunser, für den der Autor 1989 mit dem Katholischen Journalistenpreis ausgezeichnet wurde, legt Meuser immer wieder Texte zum Glauben vor (zuletzt 2007 “Christ sein für Einsteiger”: BP 07/481). Nun also berichtet er mit stark autobiografischen Bezügen von der Sehnsucht des betenden Menschen, vom Gebet als Fundament eines christlichen Lebens. In zwölf Kapiteln bearbeitet Meuser unterschiedliche Themen und Blickwinkel: die Quellen des Betens, die Sprache, die Vielfalt oder die Kraft des Betens. Neben der Empathie des Autors für das Beschriebene stehen immer wieder seine Hinweise auf große Beter und kleine Alltäglichkeiten, in denen sich die Kraft des Gebetes für den Autor zeigen. Den Mittelpunkt des Bandes bildet eindeutig die Beziehung zwischen Gott und dem betenden Menschen. - Das Buch unterscheidet sich von anderen Gebetsführern durch seine klare Sprache, die Einbeziehung des unruhigen Lebens eines Familienvaters und Ehemannes. Es bietet dem Leser neben den vielen Informationen über Gebete und Betende der Vergangenheit eine Auseinandersetzung mit einem heute Betenden. - Ein Buch für alle, die an Gebetserfahrungen interessiert sind. Für Büchereien insbesondere in Gemeinden mit Gebetskreisen und männlichem Publikum.
Rolf Pitsch
Nachhaltige Spuren in meiner Lesesozialisation stammen von der – in der erarbeiteten Freizeit – lesenden Mutter, einem – bei Krankheit – vorlesenden Onkel, der Pfarrbücherei und einer Einzelhandelskauffrau, bei der ich die ersten Bücher in unserem Moseldorf erstand. Journalistenausbildung und Studium (Germanistik, Publizistik, Buchwesen) mit einer Abschlussarbeit über Elias Canetti prägten den Blick auf Literatur und die biografischen Anteile von Autoren und Lesern am Verständnis der Werke. Literarische Trends, der besondere Stellenwert des Mediums Buch, die Spuren religiöser Fragestellungen, die optische Präsentation und die Sprache stehen in besonderer Weise im Mittelpunkt meines Lese- und Mediennutzungsinteresses.