Venedig im Jahr 1521. Die 15-jährige Isabella Marosini wird gegen ihren Willen ins Kloster gesteckt. Dort soll sie ihrer Tante zur Hand gehen. Aber als sie eintrifft, ist diese gerade verstorben; ermordet, wie Isabella unschwer erkennt. Aber sie hat ihr einen geheimnisvollen Brief hinterlassen. Isabella entdeckt, dass ihre Tante einem geheimnisvollen Manuskript auf der Spur war. Bei dem Papier soll es sich um ein fünftes Evangelium handeln, geschrieben von der Mutter Jesu. Auch der junge Pater Antonio, den der Papst als Nuntius nach Venedig entsandt hat, um die Zustände im Kloster zu überprüfen, ist an dem Manuskript interessiert. Gemeinsam gelingt es ihnen, das Papier zu finden. Obwohl Dempf auch die für historische Romane übliche Mischung aus unter Verschluss gehaltenen kirchlichen Dokumenten und Sex and Crime bietet, gelingt ihm ein spannender und unterhaltsamer Blick hinter die mittelalterlichen Klostermauern. Trotz eines unbefriedigenden Endes (das Manuskript ist vermodert und unleserlich) ein brauchbarer historischer Roman, der allerdings kritische Leser/innen voraussetzt.