Martin Beck, Abschnittsbevollmächtigter der Volkspolizei, verrichtet seinen Dienst auf einer Ostseeinsel mit Überzeugung. Es sind die letzten Jahre des Kalten Krieges; Beck ist aber immer noch sicher, dass die sozialistischen Ziele trotz aller immer häufiger offenbar werdenden Mängel und Widersprüche richtig sind. Als am Strand die Leiche der erschossenen Inselbewohnerin Hanna Schön angeschwemmt wird, beginnt Beck mit den Ermittlungen. Der Fall wird ihm aber sofort entzogen. Schöns Ehemann wird von der Staatsanwaltschaft zum Verhör geholt und kurz darauf im Wald erhängt aufgefunden. Beck glaubt nicht an den Selbstmord und ermittelt insgeheim weiter. Seine unterschwelligen Ahnungen von unsäglichen Machenschaften des omnipotenten und überall präsenten Polizeiapparates werden nicht nur bestätigt, sondern auf groteske und tödliche Weise übersteigert. - Mit ausgeprägtem Gespür für die Situation in der DDR werden in diesem überzeugenden Krimi Abläufe geschildert, Menschen und Charaktere beschrieben. Sehr lesenswert.