Josef Klempner, Hauptmann des Ministeriums für Staatssicherheit, glaubt sich im Jahr 1988 am Ziel seiner Wünsche angekommen: Nach Jahren im Innendienst in Ost-Berlin soll er nun nach Ungarn, an den Plattensee geschickt werden, um dort die Stasi-Überwachung der DDR-Urlauber zu leiten. Doch noch am Tage seiner Ernennung macht er eine unangenehme Entdeckung: Vom Dienstwagen aus sieht er seine 17-jährige Tochter Tamara auf der Straße in inniger Umarmung mit einem dunkelhäutigen jungen Mann. Pflichtschuldig meldet er seinem Vorgesetzten diesen Auslandskontakt seiner Tochter - und wird zu seiner Bestürzung sofort damit beauftragt, seine eigene Tochter und deren heimlichen Liebhaber zu bespitzeln. Als Klempner schließlich im Mai 1989 die Stelle am Balaton antritt, wird ihm recht bald klar, dass dort die Situation längst außer Kontrolle geraten ist. - In sehr überzeugender Weise schildert Dalos das persönliche Dilemma des Stasi-Hauptmanns Josef Klempner, der sich zunehmend zerrissen fühlt zwischen seinen persönlichen Wünschen, seinen politischen Überzeugungen und seinen moralischen Empfindungen und dabei letztendlich einfach überrollt wird von den Ereignissen. Und da der Autor fernab jeder Dämonisierung v.a. die Absurdität des sozialistischen Systems und den überall durchbrechenden Dilettantismus seiner Anhänger vorführt, findet sich der Protagonist auch häufig in - meist unfreiwillig - komischen Szenen wieder. So wird der kleine Roman zu einer durchaus unterhaltsamen Lektüre, die den Leser aber dennoch sehr nachdenklich macht.