Jennifer kommt voller Tatendrang und Enthusiasmus nach Hause. Zum ersten Mal wurde Sie kurz vor Spielende in die Fußballmannschaft eingewechselt und verhalf der Mannschaft zum Sieg. Doch in der Wohnung erwartet sie nicht die Mutter, sondern ein Zettel, der von deren Abwesenheit wegen Schichtdienst auch über Nacht berichtet. Jennifer ist auf sich allein gestellt und hinter den verschiedensten Tönen in der leeren Wohnung hört sie die phantastisch, panische Geschichte von den angsteinflössenden Pöbelman und dessen Opfer Angstmän. Mit Angstmän kann sie Pöbelmans unangenehmen Attacken entgehen, indem sie seine eher zufällig sein umfängliches Gewicht, seine Schwachstelle, anspricht. So findet die Geschichte ein gutes Ende, die alten Feinde versöhnen sich und gehen in eine neue Zukunft - und die Nacht ist auch fast vorbei. Dem Buch ging eine MC/CD voraus, die 2002 mit dem Deutschen Kinderhörspielpreis ausgezeichnet wurde. - Geeignet und empfehlenswert für Gesprächskreise mit Kindern und Eltern in entsprechenden Lebenssituationen.
Rolf Pitsch
Nachhaltige Spuren in meiner Lesesozialisation stammen von der – in der erarbeiteten Freizeit – lesenden Mutter, einem – bei Krankheit – vorlesenden Onkel, der Pfarrbücherei und einer Einzelhandelskauffrau, bei der ich die ersten Bücher in unserem Moseldorf erstand. Journalistenausbildung und Studium (Germanistik, Publizistik, Buchwesen) mit einer Abschlussarbeit über Elias Canetti prägten den Blick auf Literatur und die biografischen Anteile von Autoren und Lesern am Verständnis der Werke. Literarische Trends, der besondere Stellenwert des Mediums Buch, die Spuren religiöser Fragestellungen, die optische Präsentation und die Sprache stehen in besonderer Weise im Mittelpunkt meines Lese- und Mediennutzungsinteresses.