24.02.2012

Spurensuche

Wer sind sie, die Helden der Nachhaltigkeit? Was müssen die Figuren in den Geschichten heute tun, um die Welt zu retten? Kann man angesichts der überall herrschenden Unübersichtlichkeit der Verhältnisse überhaupt noch handeln, literarisch oder real? Welche Impulse gibt ein christlicher Schöpfungsglaube? Und kann so ein sachliches und eher abstraktes Thema überhaupt spannend aufbereitet werden und literarisch ankommen? [mehr]

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Eine Frau und ein Mann begegnen sich in einem Wellnesshotel. Sie möchte ein neues Videoprojekt realisieren, er sucht nach einem Weg aus der Schreibblockade. Beide haben unruhige Zeiten und manches Unbearbeitete und Nichtverdaute im Lebensgepäck. Durch wechselseitiges Beäugen, Begleiten in Gedanken ... weiter

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Beate T. Hanika

Rotkäppchen muss weinen

Roman. Ausgezeichnet mit dem Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg 2007. Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2010, Kategorie JugendbuchFISCHER (S.), FRANKFURT, 2009
Hardcover, Gebunden
ab 12 J.

Detailinformationen

MedienNr.: 561286

ISBN-10: 3596853362
ISBN-13: 9783596853366

€ 12.95

Borro-Rezension[mehr]

Malvina wird von ihrem Großvater missbraucht - und niemand hilft ihr, im Gegenteil.

Malvina, 13, wird seit Jahren vom eigenen Großvater missbraucht, was sie bisher erfolgreich verdrängt hat. Als sie erste zaghafte Hilferufe an ihre Familie sendet, will diese sie nicht wahrnehmen. Auch die beste Freundin Lizzy bemerkt die inneren Qualen nicht. Erst eine Nachbarin des Opas, die genauer hinsieht und der Junge aus der Neubausiedlung, der sich trotz aller Ungereimtheiten in Malvinas Verhalten nicht abschütteln lässt, geben dem Mädchen den Rückhalt, sich der Wahrheit zu stellen. - Selten ist das Thema “Sexueller Missbrauch” eindringlicher, einfühlsamer und klarer dargestellt worden, zumal Hanika sich traut, es genau da anzusiedeln, wo es am häufigsten stattfindet - in der eigenen Familie. Dazu wählt sie als Erzählperspektive konsequent Malvinas Sicht, was dem Buch Tiefe und Dringlichkeit verleiht und die ganze Hilflosigkeit der Betroffenen widerspiegelt. Und dennoch macht dieses Buch bei aller, sprachlich allerdings sehr zurückhaltend angedeuteten Grausamkeit auch deutlich, dass es nur ein wenig Mut und Hilfe bedarf, um den Teufelskreis aus Scham, Verdrängung und Angst, der in der Regel die Täter deckt, zu durchbrechen. - Ein ermutigendes, dringend empfohlenes Buch!

Beate Mainka
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