24.02.2012

Spurensuche

Wer sind sie, die Helden der Nachhaltigkeit? Was müssen die Figuren in den Geschichten heute tun, um die Welt zu retten? Kann man angesichts der überall herrschenden Unübersichtlichkeit der Verhältnisse überhaupt noch handeln, literarisch oder real? Welche Impulse gibt ein christlicher Schöpfungsglaube? Und kann so ein sachliches und eher abstraktes Thema überhaupt spannend aufbereitet werden und literarisch ankommen? [mehr]

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Eine Frau und ein Mann begegnen sich in einem Wellnesshotel. Sie möchte ein neues Videoprojekt realisieren, er sucht nach einem Weg aus der Schreibblockade. Beide haben unruhige Zeiten und manches Unbearbeitete und Nichtverdaute im Lebensgepäck. Durch wechselseitiges Beäugen, Begleiten in Gedanken ... weiter

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Delphine de Vigan

No & ich

Roman. Ausgezeichnet mit dem Prix des Libraires 2008DROEMER/KNAUR, 2008
Hardcover, Gebunden
Aus d. Französ. v. Doris Heinemann, 2008. 250 S. 19,5 cm

MedienNr.: 306911

ISBN-10: 3426198312
ISBN-13: 9783426198315

€ 16.95siegel

Borro-Rezension[mehr]

Die 13-jährige Lou holt die Obdachlose No von der Straße - ein Roman vom Erwachsenwerden, von der Macht der Freundschaft und der Träume.

Der letzte Satz ist der wichtigste, der Schlüsselsatz dieses Buches: “Geben Sie nicht auf.” Diesen Wunsch gibt Monsieur Marin, der strenge und unnahbare Klassenlehrer der 13-jährigen Lou am Ende des Schuljahres und am Ende seiner Schullaufbahn mit auf den Weg, ein Vermächtnis. Lou ist eine der beiden Hauptfiguren dieses Buches, hochbegabt und eine Außenseiterin. Ihr fällt es leichter, hochkomplizierte Gleichungen mit mehreren Unbekannten zu lösen, als sich die Schnürsenkel zu binden. Auch zu Hause hat sie es nicht leicht. Seit dem frühen Tod ihres kleinen Bruders leidet ihre Mutter unter einer schweren Depression und ist nur körperlich anwesend. Die zweite Hauptfigur betritt die Bühne des Romans, als Lou sich mit dem Mut einer Verzweifelten bereit erklärt, ein Referat über Obdachlose zu halten. Bei ihren Recherchen lernt sie No kennen, die mit ihren gerade mal 18 Jahren auf der Straße lebt. Über die Gespräche für das Referat kommen sich die beiden näher. Lou will nicht akzeptieren, dass sie beide in unterschiedlichen Welten leben und gibt sich mit der Bemerkung ihres Vaters, dass die Dinge nun einmal sind, wie sie sind, nicht zufrieden. Sie will No von der Straße holen. Zu ihrer Überraschung sind ihre Eltern einverstanden und No zieht bei ihnen ein. Zunächst läuft es gut, No blüht auf und auch Lous Mutter kehrt ins Leben zurück. Doch das Glück ist nicht von Dauer, No wird alkohol- und tablettensüchtig. - Delphine de Vigan erzählt in diesem zauberhaften, traurigen und zugleich optimistischen Roman vom Erwachsenwerden, von der Macht der Freundschaft und der Träume und davon, dass die Dinge zwar sein mögen, wie sie sind, es sich aber trotzdem lohnt, dem Ruf seines Herzens zu folgen und der Wirklichkeit nicht das letzte Wort zu lassen. (Übers.: Doris Heinemann)

Christoph Holzapfel
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