24.02.2012

Spurensuche

Wer sind sie, die Helden der Nachhaltigkeit? Was müssen die Figuren in den Geschichten heute tun, um die Welt zu retten? Kann man angesichts der überall herrschenden Unübersichtlichkeit der Verhältnisse überhaupt noch handeln, literarisch oder real? Welche Impulse gibt ein christlicher Schöpfungsglaube? Und kann so ein sachliches und eher abstraktes Thema überhaupt spannend aufbereitet werden und literarisch ankommen? [mehr]

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Eine Frau und ein Mann begegnen sich in einem Wellnesshotel. Sie möchte ein neues Videoprojekt realisieren, er sucht nach einem Weg aus der Schreibblockade. Beide haben unruhige Zeiten und manches Unbearbeitete und Nichtverdaute im Lebensgepäck. Durch wechselseitiges Beäugen, Begleiten in Gedanken ... weiter

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Willi Fährmann

Zeit zu hassen, Zeit zu lieben

ARENA, 2007
Taschenbuch, Kartoniert
ab 12 J.

MedienNr.: 110954

ISBN-10: 3401025279
ISBN-13: 9783401025278

€ 8.00

Borro-Rezension[mehr]

Paul Bienmann erlebt die Anfangsjahre der Weimarer Republik.

Mit diesem Roman legt Willi Fährmann das vierte - in der familienchronologischen Reihenfolge zweite - Buch aus dem Leben der Bienmanns vor. Der Band schließt an das so erfolgreiche Werk “Der lange Weg des Lukas B.” an. Er ist in sich geschlossen und ohne Kenntnis der anderen Bienmann-Bücher lesbar. Fährmann schildert hier am Beispiel des Maschinenschlossers Paul Bienmann die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg. Schauplätze der Handlung sind Berlin, das Industrierevier am Rhein und Ostpreußen. Es ist beeindruckend, wie viel zeitgenössische Detailkenntnisse der Autor in das Romangeschehen einflicht. Auch die sachlich präzisen und atmosphärisch dichten Beschreibungen aus dem Arbeitsleben kennt man nur von sehr wenigen Romanen. Im Mittelpunkt der Handlung steht eine verhaltene, von wirtschaftlichen Sorgen überschattete Liebesgeschichte. Deutlich wird, dass in den Zeiten der Not die Solidarität (oder besser: christliche Nächstenliebe) bedeutet. Fährmann, der sich auf dem besten Weg zum realistischen Volksschriftsteller befindet, übt Gerechtigkeit gegenüber seinen Figuren auch dann, wenn sie aus radikalen politischen Lagern stammen. Er will zum Nachdenken veranlassen und nicht indoktrinieren, wenn er auf die politische Selbstzerfleischung am Beginn der Weimarer Republik verweist. Obwohl der Schluss des Romans Schwächen hat, ist dies ein überzeugendes, sehr anschauliches und spannend zu lesendes Buch für Jugendliche und Erwachsene.

Erich Jooß
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