14.06.2012

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Das Seminar vermittelt Praxiskonzepte zu den nominierten Titeln des Deutschen Jugendliteraturpreises. Im Rahmen dreier unterschiedlicher Workshops werden kreative Vermittlungsmethoden zu den Nominierungen in den Sparten Bilder-, Kinder- und Jugendbuch erarbeitet. [mehr]

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„Wenn wir nicht ab und zu was Verrücktes tun, können wir uns gleich begraben lassen." Mit diesen Worten kommentiert eine Kellnerin Harolds Vorhaben, zu Fuß 1000 Kilometer quer durch England zu laufen. Dadurch will er eine ehemalige Arbeitskollegin vor dem Krebstod retten, bei der er tief in der Schuld steht. Mich hat der Satz angesprochen, weil er von der Sehnsucht nach Lebendigkeit spricht, die in jedem Menschen wohnt. weiter

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Zu Betlehem geboren

Die Krippe, der Stern von Betlehem, die Sterndeuter und König Herodes gehören zu Weihnachten wie der Christbaum und die Geschenke. Doch was ist dran an den Weihnachtsgeschichten, die die Evangelisten Matthäus und Lukas erzählen? Wir stellen Ihnen vier Bücher vor, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit der Lebensgeschichte Jesu auseinandersetzen und zum Nachdenken und Wiederentdecken anregen.

„In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal, damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids." Diese Sätze aus dem Lukasevangelium gehören zu Weihnachten wie der Christbaum, die Krippe, Geschenke und die vielen Gerüche, die die Weihnachtstage zu einer ganz besonderen Zeit im Jahr machen. Doch was ist eigentlich von der Weihnachtsgeschichte zu halten? Immerhin überliefern Matthäus und Lukas unterschiedliche Versionen der Geburt Jesu, während sich Markus und Johannes gar nicht dazu äußern. Außerdem ist in den Weihnachtsgeschichten von einer Jungfrauengeburt, von Engelerscheinungen und von einem Massenmord an Kindern die Rede. Daran haben viele Menschen, auch viele Christen, in unserem aufgeklärten, von naturwissenschaftlichem Denken geprägten Zeitalter schwer zu kauen. Was hat es mit diesen Geschichten auf sich? Sind sie wahr - oder sind sie letztlich nur ein Märchen, das für die nötige Weihnachtsstimmung sorgt?

In den letzten Monaten sind drei Sachbücher und ein Roman erschienen, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit der Lebensgeschichte des Jesus von Nazareth auseinandersetzen, den die Christen als den Messias verehren. Sie können dazu anregen, sich in der kommenden Advents- und Weihnachtszeit mit den Weihnachtsgeschichten und der Lebensgeschichte Jesu zu beschäftigen.

Beim Wort genommen

Das umfangreichste Werk hat der Journalist Peter Seewald verfasst, der durch die Gespräche mit Benedikt XVI. bekannt wurde, der damals noch als Kardinal Ratzinger Chef der Glaubenskongregation war („Salz der Erde" (1996/2004), MedienNr.: 233 614 und „Gott und die Welt" (2000, vergriffen)). Auf mehr als 700 Seiten breitet er in „Jesus Christus. Die Biografie" (Pattloch, 24,95 € - MedienNr.: 309 058) die Geschichte Jesu aus, wie sie sich aus dem Neuen Testament, den außerbiblischen Schriften (den „Apokryphen"), den Befunden der Bibelwissenschaften und der Archäologie rekonstruieren lässt. Dabei erhebt er schwere Vorwürfe gegen die Theologie, insbesondere gegen die Exegese, die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Bibel. In den Händen der Experten zerbrösele Jesus zu einem kaum fassbaren Nichts. Zweitausend Jahre nach dem Zeugnis der Apostel und der Evangelien sei „der Eindruck entstanden, echte Fakten über die Gestalt Jesu seien kaum zu bekommen. Zerfleddert, vollgekritzelt, durchgestrichen und zerrissen, galt das Evangelium plötzlich als Sammelsurium von Lügen, Tricks und Gaunereien. Selbst Gläubige nehmen heute an, die Darstellung der Verkündigung Jesu, seines Todes und insbesondere seiner Auferstehung sei das Ergebnis einer nachträglichen Formung. Welches Bild von Christus ist das echte, das wahre? Was können wir gesichert von ihm wissen?"

Um sich diesem Bild anzunähern, nimmt Seewald die Bibel beim Wort. Statt jedes Wort, jeden Satz, jede Episode anzuzweifeln, sucht er nach Belegen dafür, dass es sich genauso zugetragen haben könnte, wie es die Evangelisten beschrieben haben. In seiner Rekonstruktion der Geburtsgeschichte führt er eindrucksvolle Belege dafür an, dass Lukas und Matthäus ihre unterschiedlichen Versionen tief in der Geschichte verankert haben. So weist er darauf hin, dass Astronomen berechnet haben, dass es im Jahr 7 v. Chr. über Betlehem zu einer außergewöhnlichen Himmelserscheinung gekommen ist. In jenem Jahr kam es zu einer Dreifachkonjunktion von Jupiter und Saturn, die Sterne waren also drei Mal sehr nahe beieinander zu sehen. Am 5. Dezember habe es so ausgesehen, als weise der Lichtkegel, den diese Sternenkonstellation erzeugt hat, auf Betlehem.

Allerdings hat Seewalds Herangehensweise auch ihre Tücken. Zum einen übertüncht sein Versuch, aus den vier sehr unterschiedlichen Evangelien plus der außerbiblischen Texte eine fortlaufende Geschichte zu destillieren, die Unterschiede zwischen den Texten. So betont Seewald, der Evangelist Lukas habe sich als Historiker verstanden und sich an die Fakten gehalten. Doch Lukas erzählt weder von der Flucht nach Ägypten, noch von den drei Magiern, noch vom Kindermord von Betlehem, von denen bei Matthäus die Rede ist. Sind diese Begebenheiten dann keine Fakten? Hat Lukas von ihnen nichts erfahren, obwohl Maria ihm „viele Hintergrundinformationen" geliefert haben soll, wie Seewald an anderer Stelle schreibt? Und was ist davon zu halten, dass bei Markus und Johannes von der Geburt gar keine Rede ist?

Bei diesen Fragen geht es nicht um Erbsenzählerei, vielmehr sollen sie ein grundlegendes Verständnisproblem andeuten. Seewald benutzt verschiedentlich den Begriff „Bericht", wenn er von den Schilderungen der Evangelisten spricht. Bei diesem Begriff werden die meisten wohl an den jüngsten Fernseh- oder Zeitungsbericht denken, beispielsweise vom SPD-Parteitag. Dieses Verständnis von „Bericht" lässt sich jedoch nicht auf die Evangelien übertragen. Die Evangelisten wollten nicht nüchtern berichten, sondern verkündigen und begründen, warum Jesus der verheißene Messias, der Retter der Welt ist.

Zum anderen gehen die meisten Theologen davon aus, dass man den Evangelien wie überhaupt den biblischen Texten nicht gerecht wird, wenn man sie ausschließlich beim Wort nimmt und die über die wörtliche Bedeutung hinausgehende Ebene übersieht. Doch viele Menschen haben ihre Schwierigkeiten mit einer Lesart, die nicht nur nach dem Geschehen fragt (Was ist passiert? Kann das so gewesen sein?), sondern auch nach der über die Ereignisse hinausweisenden Bedeutung (Was wollen die Evangelisten mit ihrem Text erreichen? Was bedeuten die Bilder, die sie gebrauchen?). Diese Lesart, die das einzelne Ereignis in den Hintergrund rücken lässt, steht in dem Verdacht, den Bibeltext zu entwerten. Daraus entsteht leicht das Missverständnis, die Theologie würde behaupten, die Bibel sei nicht wahr. Dabei geht es nur darum, die Bilder, die die Evangelisten gebrauchen, um von Jesus zu erzählen, wieder zu entdecken und verständlich zu machen.

Die historische Substanz der Evangelien

Während Seewald den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht, ist es dem Schriftsteller und Dokumentarfilmer Leo G. Lindner in seinem opulenten Bildband „Das Unternehmen Jesus" (Fackelträger Verlag, 29,95 € - MedienNr.: 563 466) gelungen, historische Fakten und die über sie hinausgehende Bedeutung der Evangelien zusammenzubringen. Wie Seewald kritisiert er, dass die Theologie der Frage nach der historischen Substanz der Evangelien ausweiche. Mit ihrer Auskunft, die Evangelien seien auch dann wahr, wenn man sie als gleichnishafte, in starken Bildern erzählende Geschichten lesen müsse, gibt er sich nicht zufrieden. Schließlich bewege viele Menschen die Frage, ob die Evangelien ein religiöses Phantasieprodukt sind oder ob sie nicht doch eine historisch greifbare Wirklichkeit enthalten.

Linder stellt ausführlich dar, warum er der Überzeugung ist, dass die Evangelien auf einer historisch greifbaren Wirklichkeit beruhen. Der von ihnen beschriebene Jesus ist eine „konkrete, lebendige Person" und nicht etwa ein in der Schreibstube entworfenes Ideal ohne historischen Gehalt. Allerdings sind die Evangelien auch nicht einfach eine simple Nacherzählung, sondern wollen belegen, dass Jesus der lange erwartete Erlöser ist. In ihren Augen darf er nicht zu einer historischen Figur einer fernen Vergangenheit werden, wie etwa die römischen Kaiser. Vielmehr wollen sie zeigen, dass dieser Jesus von zeitloser Bedeutung ist, heute genauso aktuell wie vor knapp 2000 Jahren.

Lindner klebt nicht an den historischen Fakten, sondern richtet seinen Blick auch auf das, was die Evangelisten darüber hinaus mitteilen wollen. Er betont, dass Matthäus und Lukas sich auf historische Gestalten wie Herodes oder Augustus beziehen, um deutlich zu machen: Die Geschichte, die wir in unseren Evangelien erzählen, ist wirklich geschehen, dieser Mensch Jesus, der zugleich Gott war, hat wirklich gelebt.

Doch die historischen Tatsachen sind in den Augen der Evangelisten nur die halbe Wahrheit, weil sie allein noch nicht viel über Jesus sagen. Sie versuchen, Jesus viel gründlicher zu verstehen. „Sie wollen bis zum eigentlichen Wesen dieses Menschen vorstoßen. Und deshalb greifen sie nach passenden Bildern und Assoziationen, um das Ergebnis ihrer Studien in ihre Geschichte einfließen zu lassen." Und dabei setzen Matthäus und Lukas jeweils eigene Akzente. Matthäus stellt Jesus als den neuen Mose dar. Seine Botschaft lautet: „Was Mose in der frühen Vergangenheit für sein Volk geleistet hat, das leistet Jesus für die Gegenwart." Lukas geht sogar noch einen Schritt weiter. Er will zeigen, dass Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist. Und im Unterschied zu den griechischen Göttersagen, wird Gott nicht Mensch, um sich zu amüsieren, ganz im Gegenteil. „Das Leben dieses Mensch gewordenen Gottes wird glanzlos verlaufen und schrecklich enden, darum schon hier, gleich zu Anfang des Evangeliums, die ärmlichen Verhältnisse, der Viehgeruch, das Provisorium der zufälligen Unterkunft."

Weil die Geschichte Jesu über seinen Tod und seine Auferstehung hinaus reicht, beschreibt Lindner auch, wie aus den Jüngern Jesu die frühe Kirche wurde. Neben vorzüglichen Texten bietet sein Buch reichhaltige Illustrationen, Karten und Bildern von den Schauplätzen der Lebensgeschichte Jesu und des frühen Christentums.

Jesus, der neue Mose

Der Neutestamentler Rudolf Pesch konzentriert sich in seinem schmalen Bändchen „Die matthäischen Weihnachtsgeschichten" (Bonifatius, 12,90 € - MedienNr.: 323 920) ganz auf die Episoden der Geburtsgeschichte bei Matthäus. Er zeigt, dass Matthäus Jesus als Gegenentwurf zu Herodes zeichnet, der mit Prunk und großer Grausamkeit herrschte und den Anspruch erhob, selbst der Messias zu sein. Ausführlicher als Lindner erklärt er außerdem, wie Matthäus durch die Sterndeuter, Herodes und den Kindermord von Betlehem Jesus als den neuen Mose darstellt. Das Motiv der Gefährdung des Königskindes finde sich schon in der jüdischen Mosetradition, außerdem zitiere Matthäus in seiner Geburtsgeschichte aus der Mose-Erzählung im Buch Exodus: „Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und zieh in das Land Israel; denn die Leute, die dem Kind nach dem Leben getrachtet haben, sind tot." (Mt 2,20, vgl. Ex 4,19).

Auch die „Sterndeuter aus dem Osten", die im griechischen als „Magier" bezeichnet werden, tauchen in der jüdischen Überlieferung der Mosegeschichte auf. Dort sind sie die Ratgeber des Pharao, bei Matthäus werden sie zu den Vertretern der „Völker", also aller Nicht-Juden. Dadurch macht Matthäus von Anfang an klar, dass Jesus nicht nur zu den Juden gesandt ist, sondern alle Menschen anspricht. Erst im Mittelalter wurden aus den Magiern wegen ihrer Gaben, Gold, Weihrauch und Myrrhe, die „Drei Könige".

Peschs Auslegung der Weihnachtsgeschichte bei Matthäus zeichnet sich zum einen durch eine auch für den theologisch interessierten Laien verständliche Darstellung aus, zum anderen dadurch, dass er immer wieder fragt, was uns der Text heute noch angeht. „Die matthäischen Kindheitsgeschichten sind ... dazu angetan, unter uns Christen das Bewusstsein dafür lebendig zu halten, dass die Nachfolge Jesu, des gekreuzigten Königs der Juden, die Bereitschaft einschließt, dem Konflikt mit dem und den Herrschenden dieser Welt nicht auszuweichen und auf Gottes wunderbare, rettende Führung zu setzen."

Eine höchst eigenwillige Auseinandersetzung mit Jesus Christus

Einen völlig anderen Zugang als die drei Autoren zuvor wählt Peter Henisch für seine Auseinandersetzung mit der Person Jesu. In seinem Roman „Der verirrte Messias" (Deuticke, 24,90 € - MedienNr.: 315 280) begegnet die Literaturkritikerin Barbara auf einem Flug nach Israel einem jungen Mann, der sich für den wiedergeborenen Jesus hält. Obwohl dieser Mischa Barbara zunächst nervt, und sie überhaupt nicht weiß, was sie von ihm halten soll, kann sie sich diesem „eigentlich völlig unmöglichen Menschen" nicht entziehen. In Tel Aviv trennen sich ihre Wege, doch Mischa nimmt einige Zeit später per Brief und Email wieder Kontakt mit Barbara auf und berichtet von seiner Reise auf den Spuren Jesu, die er als seine eigenen Spuren erlebt. Nach wie vor weiß sie nicht, was sie von Mischa halten soll. Als der Kontakt schließlich abbricht, ist sie erleichtert.

Ein halbes Jahr später reist Barbara zu einem Kongress nach Rom. Dort trifft sie Mischa zufällig wieder. Er ist verwirrt, kann Vergangenheit und Gegenwart oder Phantasie und Wirklichkeit nur schwer auseinander halten, ist auf Koks. Erst nach und nach erfährt sie, wie es ihm in Israel ergangen ist. „Die Erlösung hat wahrscheinlich nicht stattgefunden", ist die ihn tief erschütternde Erkenntnis seiner Reise. Nikodemus habe Jesus nach Rom in Sicherheit gebracht, bevor die Häscher der Hohenpriester ihn verhaften konnten, die Auferstehung habe es nicht gegeben.

Für Christen ist das starker Tobak. Schließlich steht und fällt der christliche Glaube mit der Auferstehung. Und was Henisch Mischa über die Zeugung Jesu erzählen lässt, macht die Sache auch nicht besser. Er wärmt die alte Legende von einer außerehelichen Zeugung Jesu wieder auf, nach der Maria von einem römischen Soldaten schwanger geworden sei. Die Jungfrauengeburt wird so als (Not-)Lüge dargestellt, mit der Maria ihrer gesellschaftlichen Ausgrenzung entgehen wollte. Dennoch wird Jesus als Mensch mit einer außerordentlichen Begabung dargestellt, der sich symbolisch als Sohn Gottes verstanden habe, so wie alle Menschen Kinder Gottes seien. Bei der Taufe im Jordan sei der Geist über ihn gekommen und habe ihm die Macht gegeben, im Namen Gottes zu heilen. Diesen „Adoptianismus" hat schon die frühe Kirche als Häresie verurteilt. - Also Finger weg?

Das wäre zu kurz gegriffen. Henisch setzt sich in seinem Roman mit den Fragen und Schwierigkeiten auseinander, die wohl viele Zeitgenossen beschäftigen und die man allenthalben auch in den Medien finden kann, wenn es um das Christentum geht. Jungfrauengeburt, die Vorstellung, dass Gott Mensch wird, die Auferstehung, die Wunder, von denen die Evangelien erzählen - all das sind Themen, die nur schwer mit unserem aufgeklärt-naturwissenschaftlichen Denken vereinbar sind. Warum sollte eine Auseinandersetzung mit diesen Themen immer in den Bahnen verlaufen, die die christliche Glaubenslehre vorgibt? Henisch lässt seine Leser/innen bis zum Schluss im Zweifel darüber, ob Mischa nicht einfach nur ein Psychopath ist. Und Mischa selbst ist sich seiner Sache auch alles andere als sicher.

Mischa und Barbara kann man durchaus als typisch für viele Menschen in unserer Gesellschaft sehen, die sich aus einer oder mehreren Religionen das heraussuchen, was sie glauben, intellektuell verantworten zu können. Sie lassen sich von Religionen faszinieren und können ihre Gehalte doch nicht ganz fassen. Weil Henisch sich mit der Figur Mischas nicht festlegt, bleibt Raum für die Auseinandersetzung mit der eigenen Position. Was glaube ich eigentlich? Wie passt die Rede von der Erlösung der Menschen zum Zustand der Welt, zu Umweltverschmutzung, Klimawandel, Krieg und Terrorismus? Für Literatur- oder Glaubensgesprächskreise kann der Roman eine gute Gelegenheit sein, sich neu mit den Grundfragen des christlichen Glaubens auseinanderzusetzen.

Vier Bücher, vier unterschiedliche Zugänge zur Lebens- und Wirkungsgeschichte Jesu. Es wäre unredlich, sie in richtig und falsch einzuteilen, dazu bieten die Evangelien zu viele Möglichkeiten, sie zu interpretieren, dazu sind auch die Fragen zu zahlreich, die der zeitliche und geistige Abstand zu ihren Verfassern aufwirft. Die vier Titel bieten je auf ihre Weise die Gelegenheit, sich aus Anlass des Geburtsfestes Jesu neu mit seiner Lebensgeschichte und dem christlichen Glauben auseinanderzusetzen.

Geburtskirche in Betlehem (Bild: Monika Sander / pixelio.de)

Sternanimation (Klick auf Bild)

Himmel über Jerusalem am 12. November 72 v. Chr. (Quelle: Wikipedia.de / Zwergelstern)
Weihnachtskrippe im Xantener Viktordom (Quelle: Chris Hochberger / pixelio.de)

Die vorgestellten Bücher[mehr]

Jesus Christus

von Peter Seewald
PATTLOCH(2009)
Hardcover
Die Biografie ISBN-10: 3629021921 ISBN-13: 9783629021922 MedienNr.: 309058 24.99 €

Das Unternehmen Jesus

von Leo G. Linder
FACKELTRÄGER-VERLAG(2009)
Hardcover
Wahrheit und Wirklichkeit des frühen Christentums ISBN-10: 3771644321 ISBN-13: 9783771644321 MedienNr.: 563466
Vergriffen, keine Neuauflage 29.95 €

Die matthäischen Weihnachtsgeschichten

von Rudolf Pesch
BONIFATIUS DRUCKEREI(2009)
Hardcover
Die Magier aus dem Osten, König Herodes und betlehemitische Kindermord - Mt 2 neu übersetzt und ausgelegt ISBN-10: 3897104482 ISBN-13: 9783897104488 MedienNr.: 323920
Führen wir nicht bzw. nicht mehr. 12.90 €

Der verirrte Messias

von Peter Henisch
ZSOLNAY(2009)
Hardcover
Roman ISBN-10: 3552061169 ISBN-13: 9783552061163 MedienNr.: 315280 24.90 €
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