14.06.2012

Preisverdächtig!

Das Seminar vermittelt Praxiskonzepte zu den nominierten Titeln des Deutschen Jugendliteraturpreises. Im Rahmen dreier unterschiedlicher Workshops werden kreative Vermittlungsmethoden zu den Nominierungen in den Sparten Bilder-, Kinder- und Jugendbuch erarbeitet. [mehr]

weitere Termine

„Wenn wir nicht ab und zu was Verrücktes tun, können wir uns gleich begraben lassen." Mit diesen Worten kommentiert eine Kellnerin Harolds Vorhaben, zu Fuß 1000 Kilometer quer durch England zu laufen. Dadurch will er eine ehemalige Arbeitskollegin vor dem Krebstod retten, bei der er tief in der Schuld steht. Mich hat der Satz angesprochen, weil er von der Sehnsucht nach Lebendigkeit spricht, die in jedem Menschen wohnt. weiter

Ausgezeichnete Bücher

Entdecken Sie unsere Bücher des Monats!

Erweiterte SucheStandardsuche

Aktionen…

Schränkt die Suche auf Artikel ein, die Teil der Weihnachts- (WA), Kinderbuch- (KiBu) und/oder Erstkommunions-Ausstellung (EK) sind. Werden keine anderen Suchkriterien eingegeben, können Sie sich z.B. alle Artikel der Kinderbuchaustellung anzeigen lassen.

Wasser für die Elefanten

Dass sich ein junger Mann zwischen ein dysfunktionales Paar drängt und sich in die verheiratete Frau verliebt, ist eine altbekannte Konstellation des Liebesdramas. Das Besondere an der Romanverfilmung „Wasser für die Elefanten” ist das Szenario: Nach dem tödlichen Unfall seiner Eltern findet der Immigrantensohn Jakob im amerikanischen Zirkusmilieu der 1930er-Jahre Anschluss. Er springt unwissend auf den Zug des Zirkus auf und entkommt dem Rauswurf durch seine Kenntnisse in Veterinärmedizin. Schnell lernt er die Pferdeartistin Marlena kennen, die auch die Frau des Direktors August ist. Jakob ist sanftmütig, abwartend und beobachtend, zumindest bis sich sein Entschluss formt, die Artistin für sich zu gewinnen.

Jakob ist zwar die Hauptfigur, doch Christoph Waltz als Zirkusdirektor August Rosenbluth hat mit Abstand die interessanteste Rolle: ein charismatischer Machtmensch, der seine Arbeiter ohne Not auch aus dem fahrenden Zug stößt, wenn ihm jemand überflüssig erscheint. Ein Impresario, der mit Mühe und Härte versucht, sein Unternehmen zusammen zu halten. Doch gerade mit dieser Figur hat der Film große Schwierigkeiten: Die in ihm schlummernde Brutalität und der wilde Jähzorn, der Marlena alsbald in die Arme Jakobs treibt, werden zwar angedeutet; das Doppelbödige in August wird aber nicht deutlich genug entwickelt, um ihn als authentische Figur wahrzunehmen - wenn seine Stimmung kippt, dann wirkt es mehr als Stichwort in einem Drehbuch denn als die echte Gefühlsregung eines Menschen.

So wird diese an sich spannende Figur dramaturgisch und wenig glaubwürdig herunter gestutzt auf ihre Funktion als Antagonist für das Liebespaar, was nur ein Beispiel dafür ist, wie der Film versucht, einem jungen Publikum schlichte Reaktionen abzutrotzen, anstatt psychologisch differenzierte Porträts zu entwerfen. Ähnliches gilt für die Beobachtung der Liebenden; denn die Leidenschaft, die der Film bei Jakob behauptet,  reduziert sich meist auf sehnsuchtsvolle Blicke aus dem Verborgenen.  Darin ist Robert Pattinson als blasser Vampir der „Twilight“-Filme bestimmt nicht ungeübt, aber echte Spannung wird so nicht erzeugt.  Seltsam brav und bieder, ja steril bleibt diese Liebe, die ihren erotischen Höhepunkt in einem gemeinsamen Tanz hat. Gänzlich eindimensional wirkt Marlena, die als heimatloses Findelkind von August aufgelesen wurde und nun als Ehefrau, zur Flucht selbst nicht fähig,  still auf Rettung hoffen muss. Eine Rolle, die Reese Witherspoon klar unterfordert – von den wenigen artistischen Nummern vielleicht einmal abgesehen. Die Einfachheit der Geschichte, die gelegentlich in süßliches Kitschkino abzugleiten droht, ist dabei wohl weniger Drehbuchautor Richard LaGravenese zu schulden, als der Romanvorlage selbst. Dennoch hat „Wasser für die Elefanten“ seine Meriten; denn auch wenn die Figurenzeichnung und deren Entwicklung wenig originell sind, vermittelt die Inszenierung eine sehr dichte Zirkus-Atmosphäre. Die genaue Bebilderung der Andersartigkeit dieser Lebenswelt ist bemerkenswert,  wobei sich der Film große Mühe gibt, dem Zuschauer dieses reizvolle Ambiente zu eröffnen, ihn in die Terminologie, die Geheimnisse und das Geschäftsgebaren einzuführen. Tatsächlich wiegt dieser spannende,  lebensvolle Hintergrund viele Schwächen der Hauptgeschichte auf.  Vergegenwärtigt man sich, dass der Film auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten ist, das vielleicht noch nicht bis zum Überdruss mit der hier durchdeklinierten Metrik des Liebesdramas vertraut ist,  funktioniert der Film ganz gut. Was der Liebe an Sinnlichkeit fehlt,  macht die Lust am Zirkus wett.

Sascha Koebner / film-dienst

„Wasser für die Elefanten“ - Der Roman[mehr]

Wasser für die Elefanten

von Sara Gruen
ROWOHLT TB.(2009)
Taschenbuch
Roman ISBN-10: 349924845X ISBN-13: 9783499248450 MedienNr.: 339268 9.99 €
Borro-Rezension

Der Aufbau von Zirkuszelten weckt in einem Altenheimbewohner ganz persönliche Erinnerungen.

1930 leidet Amerika unter der Großen Depression, das Heer der Arbeitslosen ist riesig. Jacob Jankowskis Zukunft scheint jedoch gesichert: er wird in Kürze - nach dem Uniabschluss - in Vaters Landtierarztpraxis arbeiten. Durch den tödlichen Autounfall [mehr]

Margot Blüthgen
Seite weiterempfehlenFormular schließen

Die mit einem * markierten Angaben sind Pflichtfelder.

Mein Borro Login

Mein Borro Login Neues Kundenkonto eröffnen
Vergessen?
Dieser Service erfolgt über eine sichere Verbindung.

Warenkorb

0  Artikel Ansehen

Newsletter & RSS-Feeds

Informieren Sie sich regelmäßig mit dem medienprofile-Newsletter und RSS-Feeds über aktuelle Empfehlungen und neue Rezensionen.

Buchprofile Express

...heißt bei uns medienprofile Vorschau. Jeden Monat neu besprochene Titel, über die wir Sie auch mit dem medienprofile-Newsletter informieren.