In zehn Kapiteln wagt das Autorenpaar, sich den Fragen und Vorstellungen rund um Leid zu stellen. Dabei kommt es ihnen letzten Endes nicht auf eindeutige Antworten an, sondern vielmehr auf Einladungen zum Weiterfragen: Die Leser/innen sollen selbst zu Entdeckenden werden, verschiedene Aspekte sehen, Wirkungen und Wertungen zum Thema Leid in Geschichte und Gegenwart aufdecken, Akzeptables und Abenteuerliches auseinanderhalten, Fragwürdiges und Fantastisches finden usw. So werden die Leser/innen sensibilisiert, das Leid in keiner Weise einfach hinzunehmen, sondern zu hinterfragen im Hinblick auf seinen Wirkungs- und Wesensgehalt auch im eigenen Leben. Um diese konstruktivkritische Grundhaltung gegenüber dem Leid kommt es der Historikerin und dem Theologen und Philosophen von der ersten bis zur letzten Seite an. Eine sensible Sprache rundet eine leicht zu lesende Verstehens- und Bewältigungshilfe rund um das Leid ab. Beste Empfehlung.
Reiner Andreas Neuschäfer