Die Ernährungsindustrie hat den Sortenreichtum der Jahrhunderte alten bäuerlichen Landwirtschaft abgeschafft. Sie braucht nicht Tausende von unterschiedlichen - regional angepassten - Getreide-, Gemüse und Obstsorten. Stattdessen benötigt sie wenige, gut aussehende (auch nach tagelangen Transporten) Nahrungsmittel in großer Menge mit immer gleicher Qualität. Die Koch- und Esskultur unserer Großeltern wurde über Bord geworfen. Schließlich gibt es Supermärkte und Fast-Food-Restaurants und davon an jeder Ecke mehr als genug. Uns wird eine Nahrungsmittelvielfalt suggeriert, die einem zweiten Blick kaum standhält: Sie besteht aus wenigen preisgünstigen Rohstoffen, die mit Aromen, Farbstoffen und Geschmacksverstärkern aufgepeppt werden. Diesem ganzen Geschachere hat die Autorin den Kampf angesagt. Sie zeigt mit vielen durch Quellen belegten Beiträgen und Beispielen, wie man aus dem Teufelskreis ausbrechen kann - mit dem Fazit: Nur wer seine Ernährung selbst in die Hand nimmt und wirklich weiß, was er isst, kann der Geschäftemacherei der Ernährungsindustrie entkommen. - Ein beeindruckendes Buch.
Jutta Weber