24.02.2012

Spurensuche

Wer sind sie, die Helden der Nachhaltigkeit? Was müssen die Figuren in den Geschichten heute tun, um die Welt zu retten? Kann man angesichts der überall herrschenden Unübersichtlichkeit der Verhältnisse überhaupt noch handeln, literarisch oder real? Welche Impulse gibt ein christlicher Schöpfungsglaube? Und kann so ein sachliches und eher abstraktes Thema überhaupt spannend aufbereitet werden und literarisch ankommen? [mehr]

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Eine Frau und ein Mann begegnen sich in einem Wellnesshotel. Sie möchte ein neues Videoprojekt realisieren, er sucht nach einem Weg aus der Schreibblockade. Beide haben unruhige Zeiten und manches Unbearbeitete und Nichtverdaute im Lebensgepäck. Durch wechselseitiges Beäugen, Begleiten in Gedanken ... weiter

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Freundesfeuer

von Abraham B. Jehoschua. Piper, München 2009.

Eine ältere Dame reist zum ersten Mal allein zu ihrem Schwager nach Afrika. Ihr Mann muss sieben Tage ohne sie in Israel bleiben, und das auch noch zu Chanukka. An Chanukka wird acht Tage lang der Befreiung der Juden Palästinas von der Unterdrückung durch die Syrer im 2. Jh. vor  unserer Zeitrechnung gedacht, indem jeden Tag ein Licht mehr auf dem Chanukka-Leuchter angezündet wird. Es ist eine Geschichte, die auf den ersten Blick einfacher kaum sein könnte, und ebenso ruhig, unaufgeregt ist der Schreibstil. Spannend wird der Roman, weil Jehoschua den Leser so nah an diese israelische Familie heranführt, dass er am Ende gar glauben mag, sie besser zu kennen als die eigene. Und plötzlich ist die Geschichte alles andere als einfach: Daniela reist nach Afrika, um mit ihrem Schwager die Erinnerungen an ihre jüngst verstorbene Schwester aufzufrischen. Dabei kommt sie auch der Wahrheit über den Tod ihres Neffen in der israelischen Armee näher. In Israel sehnt sich ihr Mann Amotz nach ihr und hat mit komplizierten Familienverhältnissen zu kämpfen. Er jongliert mit seiner Zeit zwischen Babysitten bei den Enkeln und Aufzugsreparatur bei einer alten Liebschaft seines Vaters. Daniela schwankt währenddessen zwischen der Freude über das Wiedersehen mit dem Schwager und der Trauer über den Tod ihrer Schwester und ihres Neffen. Zwischen Trauer und Freude liegen in Jehoschuas Roman oft nur wenige Zeilen. Die Lektüre ist dabei - von der ersten bis zur letzten Seite - sehr empfehlenswert. (Übers.: Ruth Achlama) (Carmen Reichert)

Juni 2009

Hintergrund

Als Roman des Monats empfiehlt der Borromäusverein e.V. monatlich einen Belletristik-Titel, der über seinen Unterhaltungswert hinaus seine Leser/innen anregt, über religiöse oder existentielle Fragen nachzudenken.

Roman des Monats Juni 2009[mehr]

Freundesfeuer

von Abraham B. Jehoschua
PIPER(2009)
Hardcover
Roman ISBN-10: 3492051618 ISBN-13: 9783492051613 MedienNr.: 309536
Führen wir nicht bzw. nicht mehr. 22.95 €
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