Ein dramatischer und mitreißender Liebesroman, der in der Zeit kurz nach der argentinischen Militärdiktatur spielt.
In einem patagonischen Wald verletzt sich der hünenhaften Teo bei der Flucht vor einem Latein sprechenden Wolf, der eine Botschaft für ihn hat. Pat nimmt sich des Verletzten an und nimmt ihn bei sich und ihrer Tochter Miranda auf. Pat und die hochbegabte Miranda umgibt ein Geheimnis, dem Teo erst nach behutsamen und beharrlichen Nachforschungen auf die Spur kommt: Pat ist ständig auf der Flucht vor Mirandas leiblichem Vater, einem ranghohen und brutalen Militär, der Miranda und ihr nach dem Leben trachtet. Ganz allmählich lernt Pat Teo zu vertrauen, ihn zu lieben und seine Hilfe anzunehmen. Dann schlägt eines Tages das Schicksal zu und die drei sehen sich zur Flucht gezwungen. - Der Roman erinnert in seiner überbordenden, phantasievollen Erzählweise an einen Schelmenroman. Im Zentrum steht - wie schon in "Kamtschatka" (2006) - das Trauma der argentinischen Militärdiktatur. Während Pat zu deren Opfern gehört, ist Teo ein Mitläufer gewesen, der wie viele andere seiner Landsleute die Augen vor dem alltäglichen Unrecht verschlossen hatte. Schuld, Sühne und die Hoffnung auf Erlösung sind daher die Themen des Romans. Figueras greift auch auf biblische Motive zurück, um davon zu erzählen. Teo, Pat und Miranda tragen Züge der Heiligen Familie, die Flucht in den Nordwesten Argentiniens, in einen "wüstenartigen Landstrich", erinnert an die Flucht nach Ägypten. Hier kommt es auch zu einer Diskussion über die Frage, ob Gott existiert und welche Rolle er in dieser Welt spielt. Miranda, das Kind eines Schergen der Diktatur und eines ihrer Opfer, verkörpert die Hoffnung auf Versöhnung und eine Zukunft für die Gesellschaft. Das Böse kann das Gute nicht besiegen - das ist die Hoffnungsperspektive des Romans.
Ein großartiger Roman, der - wenn schon nicht genuin religiös - doch mit religiösen Bildern spielt und reichlich Stoff zum Nachdenken bietet. (Übers.: Sabine Giersberg)
(Christoph Holzapfel)