Ralph Truitt, Geschäftsmann im kleinstädtischen Wisconsin, ist reich, aber einsam. Per Kleinanzeige sucht er 1907, nach Jahrzehnten der Einsamkeit, eine „verlässliche Frau". Als Catherine Land anreist und ihm gleich am ersten Tag das Leben rettet, glaubt er, sie tatsächlich gefunden zu haben. Nach der Hochzeit bittet er Catherine, seinen verschollenen Sohn Antonio aus erster Ehe zu suchen und wieder nach Hause zurückzubringen. Ein Auftrag mit weitreichenden Folgen, denn weder ist Antonio Truitts legaler Sohn, noch Catherine die Frau, für die sie sich ausgibt. Am Ende des Winters kehrt jedoch, begleitet vom nahenden Frühling, doch noch die Liebe ein in das Haus der Truitts.
Robert Goolrick erzählt seine Geschichte von wahrer Liebe, echter Güte, Schuld und Vergebung spannend und mit viel Gespür für menschliche Abgründe, eine unerbittliche Natur und das kleinstädtische Leben Anfang des 20. Jh. Überraschende Wendungen und die eher nüchtern beschriebene und daher umso mehr zu Herzen gehende Seelenqual der handelnden Personen zieht den Leser in Bann. Ein Buch also, das man am liebsten bis zur letzten Seite nicht mehr aus der Hand legt. Ebenso in Bann geschlagen, schreibt Goolrick im Nachwort, wurde er durch den „Wisconsin Death Trip" von Michael Lesy. Ein Buch, das nicht nur Ideengeber für den Roman war, sondern ihn nicht mehr losgelassen habe: „Es hat mein Leben verändert. Solche Dinge geschehen." Das kann einem auch beim Lesen von Goolricks eigenem Roman passieren. Ein beeindruckend, starkes und ungewöhnliches Buch mit zutiefst humanitärer Aussage - unbedingt zu empfehlen. (Übers.: Martin Ruben Becker)
Traudl Baumeister