Wenn ein Kind zu früh geboren wird, beginnt für die Eltern eine Zeit des Wartens, in der Hoffen und Bangen ganz dicht beisammen liegen. Valeria Parrella erzählt in ihrem Buch von Maria, die mit Anfang 40 überraschend schwanger wird. Im sechsten Monat setzen die Wehen ein. Statt in Marias Bauch lebt die kleine Irene fortan in einem Inkubator, durch Schläuche und Medikamente am Leben erhalten. Hilflos und überfordert von der Ungewissheit, ob Irene überleben wird, versucht Maria sich mit dem Alltag auf der Frühchenintensivstation zu arrangieren und mit der „ausgeweiteten und stillstehenden Zeit" dort zu Recht zu kommen. Sie lernt, aus diesem Alltag auszubrechen, ein paar Stunden in ihrem Beruf als Lehrerin an einer Abendschule zu verbringen oder auszugehen. Eindringlich und berührend beschreibt Parrella Marias Gefühle zwischen Hoffnung und Verzweiflung, die Atmosphäre auf der Intensivstation, die Überforderung der Ärzte, die sich hinter einer Maske aus Arroganz verbirgt, und die Veränderungen, die die Zeit des Wartens bei Maria bewirken. Ihre klare, manchmal mit überraschenden Formulierungen durchsetzte Sprache nimmt die Leser mit hinein in die Geschichte. Fast hält man den Atem an: Wird Irene es schaffen? - Ein wundervoller Roman über die Hoffnung und das Leben! (Übers.: Anja Nattefort)
Christoph Holzapfel, Borromäusverein