Tobit, ein 17-jähriger Junge aus Alexandria, der bereits Vollmacht für das Geschäft seines Vaters hat, bricht zu einer Pilgerreise nach Jerusalem auf. Auf allen Stationen kehrt er in den jüdischen Gebets- und Gästehäusern ein. Wundert er sich anfangs noch über die vielen Gesetze und Vorschriften zur Reinheit, die seine Gemeinde in der Diaspora oft nicht kennt, so regt sich immer mehr sein Widerspruch, glaubt er doch, dass die Tora in seinem Herzen lebt. Und er lernt Jeschua kennen, der ihn tief beeindruckt, der sein Herz brennen lässt und dem er letztendlich folgt. - Zitelmann hat wie immer einen komplexen Roman geschaffen, der mehrere Motiv- und Intentions"fäden" zu einem kunstvollen Ganzen knüpft. Die zeitgeschichtlichen Schilderungen gewähren einen tiefen Einblick in die Lebens- und Denkwelten, denn "Tobit" ist nicht nur Jude, sondern auch an der griechischen Philosophie geschult und wendet früh die Botschaft vom Reich Gottes nach Innen. Der Autor erläutert im Nachwort seine Sicht. - Historisch genau, nachdenklich und nicht nur junge Menschen für einen eigenen Weg bestärkend. Ein außergewöhnlicher Jesus-Roman, sicher nicht für ein breites Publikum, aber für die Lesenden ein Gewinn!
Astrid Frey