Wie geht Beten mit Kindern? Ohne Hinführung, Nachwort oder sonstige theoretische Worte kommt dieses Buch aus. Es werden stattdessen kleine Geschichten aus dem Alltag eines (Kindergarten-)Kindes erzählt: wie froh es ist, einen guten Freund zu haben; welche Not die Streitereien der Eltern auslösen; wie es sich anfühlt, wider besseren Wissens einer Versuchung nachzugeben. Das Besondere an diesen kurzen Szenen ist ihr Ende: In kindgerechter Sprache wird ein Gebet formuliert, wie es spontan aus der jeweiligen Situation entstehen könnte. Den drei großen Themenblöcken Dank - Gefühle - Nöte sind farbig abgesetzte Doppelseiten zu Morgen-, Tisch- und Abendgebeten zugeordnet.
Die Idee und ihre Umsetzung sind hervorragend gelungen. Als einzigen Kritikpunkt kann man anführen, dass Gott immer als der große Macher dargestellt wird (- und was macht das mit dem Glauben, wenn Gott es eben nicht so “macht”, wie man es erbittet?), aber das entspricht ja durchaus der kindlichen Sichtweise. - Ein sehr empfehlenswertes Gebetbuch für Familien.
Astrid Frey