24.02.2012

Spurensuche

Wer sind sie, die Helden der Nachhaltigkeit? Was müssen die Figuren in den Geschichten heute tun, um die Welt zu retten? Kann man angesichts der überall herrschenden Unübersichtlichkeit der Verhältnisse überhaupt noch handeln, literarisch oder real? Welche Impulse gibt ein christlicher Schöpfungsglaube? Und kann so ein sachliches und eher abstraktes Thema überhaupt spannend aufbereitet werden und literarisch ankommen? [mehr]

weitere Termine

Eine Frau und ein Mann begegnen sich in einem Wellnesshotel. Sie möchte ein neues Videoprojekt realisieren, er sucht nach einem Weg aus der Schreibblockade. Beide haben unruhige Zeiten und manches Unbearbeitete und Nichtverdaute im Lebensgepäck. Durch wechselseitiges Beäugen, Begleiten in Gedanken ... weiter

Ausgezeichnete Bücher

Entdecken Sie unsere Bücher des Monats!

Erweiterte SucheStandardsuche

Aktionen…

Schränkt die Suche auf Artikel ein, die Teil der Weihnachts- (WA), Kinderbuch- (KiBu) und/oder Erstkommunions-Ausstellung (EK) sind. Werden keine anderen Suchkriterien eingegeben, können Sie sich z.B. alle Artikel der Kinderbuchaustellung anzeigen lassen.

Warum ich wieder bete

von Christine Eichel. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2009

„Learning by doing“ – die englische Formulierung steht für die Erfahrung, dass manche Tätigkeiten leichter zugänglich werden, wenn man sie einfach ausprobiert. Mit dem Glauben verhält es sich nicht anders. Christine Eichel beschreibt in ihrem Buch diese Erfahrung – nüchtern, ohne falsches Pathos und sehr lebensnah. Nach einer schweren Geburt lehrt sie das Kind, das sie in den Armen hält, wieder beten. Nicht aus Not, sondern aus Dankbarkeit. Und mit der Dankbarkeit tauchen lange verschüttete Worte und Gefühle wieder auf.
Für Eichel kommt das völlig überraschend. Sie ist den typischen Weg einer Achtundsechzigerin gegangen: Nach einer behüteten Kindheit in einem evangelischen Pfarrhaus ist der Abschied vom Elternhaus auch der Abschied vom Glauben. Sie studiert u.a. Philosophie und pflegt einen auf das Hier und Jetzt konzentrierten Lebensstil. Nach dem Studium macht sie Karriere als Journalistin und Filmemacherin. All das hat sie aus eigener Kraft erreicht und ist zu Recht stolz darauf. Für Gott ist kein Platz in ihrem Leben. Doch mit dem Kind in ihren Armen begreift sie plötzlich, dass sie sich nicht alles selbst zuschreiben kann.
Den Glauben, der mit dem Gebet wieder auftaucht, erlebt sie als Konkurrenz zum Skeptizismus, der viele Jahre lang ihr Leben geprägt hat. Doch erkennt sie nach und nach, wie hohl die Lebensphilosophie ihrer Generation ist, die sich kurz und knapp mit „Alles ist relativ“ umschreiben lässt. Aus dieser Einsicht heraus formuliert sie eine scharfsichtige Kultur- und Gesellschaftskritik, die alles andere als moralinsauer oder selbstgerecht daherkommt, nicht zuletzt, weil sie nicht vergisst, dass sie diese Lebensphilosophie geteilt hat.
Eichel plädiert für einen christlichen Glauben, der sich nicht im theoretischen Disput verliert, sondern kindlich bleiben darf, der den Sprung über die – berechtigten – Zweifel hinweg schafft und ihnen zum Trotz vorbehaltlos vertrauen kann. Doch dieser Glaube darf sich nicht auf Gebete beschränken. Er muss das Private überschreiten und in eine gläubige Lebenspraxis münden, aber nicht durch große Gesten und Worte, sondern durch die kleinen Übungen in Demut und Nächstenliebe im Alltag.
Das Gebet habe sie verändert, sagt Christine Eichel. Vor Gott braucht sie sich nicht zu verstellen. „Das Gebet ist kein Imagemarketing. Es ist ein herrschaftsfreier Raum, in dem alles zulässig ist.“ Es gibt ihr die Kraft, ihr eigenes Tun zu überdenken und sich nötigenfalls auch zu entschuldigen. „Ich flüchte mich nicht ins Gebet. Ich betrachte es als einen heiligen Transferraum, den ich passiere, um verwandelt ins Leben zurückzukehren, vielleicht sogar geläutert, von schlechten Gedanken gereinigt.“
Mit „Warum ich wieder bete“ legt Christine Eichel keinen frommen Werbeprospekt vor, sondern philosophisch grundierte Gedanken über Gebet und Glauben, die sie mit der Einladung verbindet, Glauben zu wagen – learning by doing eben.

Christoph Holzapfel, Borromäusverein

Oktober 2009

Hintergrund

Als “Religiöses Buch des Monats” benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.

Religiöses Buch des Monats Oktober 2009[mehr]

Warum ich wieder bete

von Christine Eichel
GÜTERSLOHER VERLAGSHAUS(2009)
Hardcover
Das Ende des Zynismus ISBN-10: 3579064916 ISBN-13: 9783579064918 MedienNr.: 562850 17.95 €
Seite weiterempfehlenFormular schließen

Die mit einem * markierten Angaben sind Pflichtfelder.

Mein Borro Login

Mein Borro Login Neues Kundenkonto eröffnen
Vergessen?
Dieser Service erfolgt über eine sichere Verbindung.

Warenkorb

0  Artikel Ansehen

Newsletter & RSS-Feeds

Informieren Sie sich regelmäßig mit dem medienprofile-Newsletter und RSS-Feeds über aktuelle Empfehlungen und neue Rezensionen.

Buchprofile Express

...heißt bei uns medienprofile Vorschau. Jeden Monat neu besprochene Titel, über die wir Sie auch mit dem medienprofile-Newsletter informieren.