„Liebe kleine Krumelus, niemals werden will ich grus." Mit diesem Spruch und einer kleinen, verschrumpelten Pille wollen Pippi, Thomas und Annika am Ende des dritten Bandes verhindern, dass sie Erwachsen werden. Ihr Wunsch ist in Erfüllung gegangen, zumindest im Buch. Denn auch mehr als sechzig Jahre nachdem Astrid Lindgren das erste Mal von Pippi Langstrumpf erzählt hat, tobt das neunjährige Mädchen mit den abstehenden roten Zöpfen und den unzähligen Sommersprossen durch die Villa Kunterbunt. Sie hat sich längst einen festen Platz unter den Kinderbuchklassikern und in den Herzen von Eltern und Kindern in vielen Teilen der Welt erobert.
Nach dem 100. Geburtstag von Astrid Lindgren 2007 feiert der Oetinger Verlag in diesem Jahr am 25. September den sechzigsten Geburtstag der deutschen Ausgabe. Friedrich Oetinger stieß 1948 in einer Stockholmer Buchhandlung auf „Pippi Langstrumpf". Der Buchhändler sorgte für eine Verabredung mit Astrid Lindgren, die in der Nähe wohnte, und nach einem Gespräch mit ihr und der Lektüre der ersten drei Kapitel stand für Oetinger fest, dass er Pippi in Deutschland veröffentlichen wollte. Damit begann eine literarische Erfolgsgeschichte, die im Grunde genommen bis heute anhält.
Pippi blieb nicht die einzige Figur, die Astrid Lindgren in die Herzen ihrer Leser/innen schmuggelte und die sie in den Augen der Lindgren-Biografin Maren Gottschalk zur „Meisterin des Märchens" machte. Zu ihren Figuren gehören die Kinder aus Bullerbü, Michel aus Lönneberga, Madita, Karlsson, Ronja oder die Brüder Löwenherz...