„Der menschliche Makel“ (2000, verfilmt 2003), „Amerikanisches Idyll“ (1997), die Zuckerman-Romane – die Liste von Philip Roths bekannten und erfolgreichen Werken ist lang.
Prägend für sein Werk war und ist Roth’ jüdische Herkunft. Am 19. März 1933 wurde er als Nachkomme jüdischer Einwanderer in Newark im US-Bundesstaat New Jersey geboren. Sie prägte seinen ersten großen Erfolg, „Portnoys Beschwerden“ (1969), in dem er von neurotisierenden Strukturen in jüdischen Familien erzählt (und damit einen Skandal auslöste), wie auch sein literarisches alter Ego Nathan Zuckerman, einen jüdischen Schriftsteller, dem er einen Romanzyklus widmete, und in seiner „Amerikanischen Trilogie“. Für deren ersten Band, „Amerikanisches Idyll“ (1997) erhielt er 1998 eine der höchsten Auszeichnungen des US-amerikanischen Literaturbetriebs, den Pulitzerpreis. Darin beschreibt er die Geschichte der Gründergeneration der USA, auf deren harter Arbeit der Wohlstand und Erfolg der nachkommenden Generationen beruhte – eine scharfe Abrechnung mit dem American Dream, dem Märchen vom Tellerwäscher, der Millionär wurde.
Sein Meisterwerk aber ist der Roman „Der menschliche Makel“ (2003). Im Mittelpunkt: Professor Coleman Silk, dessen Leben auf einer Lüge fußt. Obwohl Kind afroamerikanischer Eltern, konnte er sich ein Leben als weißer Jude aufbauen. Nur glücklich wurde er nicht damit. – Dass man seiner Familie, seiner Herkunft nicht entkommen kann, gehört auch zu Roths Lebensthemen.
Für seinen jüngsten Roman „Exit Ghost“ hat Roth Nathan Zuckerman noch einmal ins Zentrum des Geschehens gestellt. Zuckermann ist mittlerweile ein alter Herr, der aus der selbst gewählten Einsamkeit zurückkehrt in das pulsierende Leben in der Stadt, um seinen Prostatakrebs behandeln zu lassen. Daneben treibt ihn die Hoffnung auf ein intensives Leben in die Stadt und in die Arme von Jamie. Doch die ist nicht an ihm interessiert. Roth, so schreibt Ileana Beckmann in ihrer Borromäus-Rezension, variiere hier das Thema „Alte Männer und der Abschied von Leidenschaft und Liebe“.
Philip Roth lebt zurückgezogen in den Hügeln von Connecticut und lebt ganz für das Schreiben. In einem Interview mit Nils Minkmar von der FAZ beschrieb er sein Leben so: „Also ich schreibe den ganzen Tag. Am späten Nachmittag mache ich einige Fitnessübungen. Ich schreibe. Ich sehe niemanden. Es gibt ein paar enge Freunde, die ich am Wochenende treffe, sonst niemanden. Ich habe mich in den letzten Jahren halt darauf beschränkt zu schreiben.“ [Quelle: FAZ]