14.06.2012

Preisverdächtig!

Das Seminar vermittelt Praxiskonzepte zu den nominierten Titeln des Deutschen Jugendliteraturpreises. Im Rahmen dreier unterschiedlicher Workshops werden kreative Vermittlungsmethoden zu den Nominierungen in den Sparten Bilder-, Kinder- und Jugendbuch erarbeitet. [mehr]

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„Wenn wir nicht ab und zu was Verrücktes tun, können wir uns gleich begraben lassen." Mit diesen Worten kommentiert eine Kellnerin Harolds Vorhaben, zu Fuß 1000 Kilometer quer durch England zu laufen. Dadurch will er eine ehemalige Arbeitskollegin vor dem Krebstod retten, bei der er tief in der Schuld steht. Mich hat der Satz angesprochen, weil er von der Sehnsucht nach Lebendigkeit spricht, die in jedem Menschen wohnt. weiter

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Blutleer

Felicitas Kleinert (Filmdienst) über „New Moon - Biss zur Mittagsstunde", der am 26.11. in die Kinos kommt

Stephenie Meyers Romane um die Liebe der jungen Bella Swan zum edelmütigen Vampir Edward Cullen haben eine ähnlich treue Fangemeinde wie die „Harry Potter"-Bücher. Die erste Filmadaption „Twilight" (fd 39 085) übertraf an den Kinokassen alle Erwartungen; „New Moon" hat in den USA eines der erfolgreichsten Startwochenenden der Filmgeschichte hingelegt. Die Vampir-Saga ist längst zu einem mächtigen Fandom geworden; neben den üblichen Devotionalien wie Kalendern oder Schmuck gibt es „Twilight Conventions" und Tausende von Fan-Storys im Internet, die die Reihe bis in krudeste Seitenverästelungen fort- und ausspinnen. Solche Phänomene kultischer Anhängerschaft machen neugierig: Welcher Nerv wird da zum Klingen gebracht? Was hat das Stück Literatur und/oder Film, was so viel Begeisterung und Fantasie freisetzt? Der neue Film dürfte kaum dazu taugen, diese Frage für einen nicht sowieso schon „infizierten" Zuschauer zu beantworten. Vielleicht war die Strahlkraft ihres Franchise eine allzu sichere Bank für die Macher: Große Mühe haben sie sich nicht gegeben, einen eigenständigen Film zu kreieren, der auch ohne den Nimbus der Buchvorlage funktioniert.

Die Tücken des Mittelteils

Hatte es Catherine Hartwicke im ersten Teil noch verstanden, für die Teenager-Befindlichkeiten und die schwarzromantische Liebesgeschichte stimmige Bilder zu finden, tut sich Chris Weitz schwer, der Vorlage Leben einzuhauchen; und während es Drehbuchautorin Melissa Rosenberg in „Twilight" noch gelang, eine tragfähige Filmdramaturgie zu bauen, scheitert sie nun an den Tücken eines Mittelteils, der lediglich seine Stationen abklappert, um die Weichen für einen dritten Teil zu stellen. Inhaltlich schließt „New Moon" an die Problematik an, mit der Teil 1 aufhörte: Wie kann die Liebe zwischen Menschenmädchen und Vampirjüngling gelingen? Dagegen steht die Gefahr, in die ein Mensch gerät, wenn er in Kontakt mit den Blutsaugern kommt, aber auch die Kluft zwischen der Sterblichen und dem Unsterblichen - zumindest solange sich der Vampir aus moralischen Gründen weigert, seine Liebste ebenfalls zur Vampirin zu machen. Während Bella bereit ist, allen Widerständen zum Trotz ihre Liebe zu leben, will Edward das Mädchen schützen, indem er es verlässt und mitsamt seines Familienclans aus dem Städtchen Forks verschwindet. Bella droht allen Lebensmut zu verlieren, bis die Freundschaft zu Jacob ihr neuen Halt gibt. Doch auch mit dem jungen Mann aus dem Reservat lässt sich aus übersinnlichen Gründen keine normale Beziehung auf die Beine stellen, und sei sie auch nur freundschaftlich. Gefahr droht Bella zudem durch unangenehme alte Bekannte.

Allein gelassen

„Twilight“ bezog seinen Reiz aus der sensiblen Darstellung des Scheidungskindes Bella, das sich nach einem Umzug in einer neuen Umgebung einleben muss, und aus der Faszination einer unmöglichen Liebe, deren verhaltene Erotik sich gerade aus der Notwendigkeit der Enthaltsamkeit befeuerte – was man als Ausdruck von Meyers konservativen religiös-moralischen Vorstellungen ansehen kann, aber auch einfach als Spannungsprämisse, an der sich ein clever konstruiertes Fantasy-Melodram aufhängen lässt. Teil 2 muss nun jedenfalls weitgehend ohne diese Faktoren auskommen, und es gelingt ihm nicht, aus Bellas Trennungsschmerz und den folgenden Verwicklungen mit Werwölfen und Vampiren adäquate Funken zu schlagen. Manchmal scheint die Inszenierung fast schon mutwillig Suspense-Potenzial zu verschenken, etwa wenn es um die latente Bedrohung Bellas durch die rachsüchtige Blutsaugerin Victoria geht. Dann wieder wirkt die Anbiederung an die vermeintlichen Vorlieben weiblicher Teenager gar zu plump; so droht es fast zum Running Gag zu geraten, wenn die männlichen Darsteller ständig ihre Oberkörper entblößen müssen (die im Fall der ansonsten völlig konturlos bleibenden Werwolf-Gang auch noch fatal an Unterwäschemodels der 1980er erinnern). Die filmische Inszenierung zu Songs von Bands wie The Killers oder Death Cab for Cutie gerät derweil oft zum kitschigen Musikvideo-Posing. Am meisten schadet dem Film allerdings, dass er in der Darstellungen des Innenlebens seiner Heldin kein filmisches Pendant zum inneren Monolog des Romans findet; der Gefühlsausdruck bleibt oft gesprochene Textpassagen beschränkt, deren formelhafter Charakter wenig überzeugt. Die in solchen Momenten nicht nur von ihrem Liebsten, sondern auch der Regie allein gelassene Heldin kann nicht verhindern, dass so einiges eher unfreiwillig komisch als anrührend wirkt. Vielleicht sehen Fans, die die wenig inspirierte Adaption mit einer Transfusion eigenen Herzbluts beleben, darüber hinweg; andere dürfte der Film kalt lassen.

Felicitas Kleinert/Filmdienst

Borro-Rezensionen zu Buch & Hörbuch[mehr]

Bis(s) zur Mittagsstunde

von Stephenie Meyer
CARLSEN(2009)
Hardcover
ISBN-10: 3551581614 ISBN-13: 9783551581617 MedienNr.: 268419 19.90 €
Borro-Rezension

Nachdem Bella beinahe dem Blutdurst seiner Verwandten zum Opfer gefallen wäre, trennt sich der Vampir Edward von ihr.

Bella und Edward, das außergewöhnliche Liebespaar aus “Biss zum Morgengrauen” (2006, MedienNr.: 550 468, TB: 561 877), hat sich mit seinen Problemen (er ist ein Vampir, sie eine normale Schülerin) weitestgehend arrangiert, bis sich Bella eines Tages [mehr]

Beate Mainka

Bis(s) zur Mittagsstunde

von Stephenie Meyer
PIPER(2009)
Taschenbuch
Roman ISBN-10: 3492251501 ISBN-13: 9783492251501 MedienNr.: 318855 9.95 €
Borro-Rezension

Nachdem Bella beinahe dem Blutdurst seiner Verwandten zum Opfer gefallen wäre, trennt sich der Vampir Edward von ihr.

Bella und Edward, das außergewöhnliche Liebespaar aus “Biss zum Morgengrauen” (2006, MedienNr.: 550 468, TB: 561 877), hat sich mit seinen Problemen (er ist ein Vampir, sie eine normale Schülerin) weitestgehend arrangiert, bis sich Bella eines Tages [mehr]

Beate Mainka

Bis(s) zur Mittagsstunde, 6 Audio-CDs

von Stephenie Meyer
SILBERFISCH(2008)
Audio-CD / Cassette
Gekürzte Lesung. 465 Min. ISBN-10: 3867420130 ISBN-13: 9783867420136 MedienNr.: 558253 19.95 €
Borro-Rezension

Zweiter Teil des romantischen Jugend-Liebesromans der etwas anderen Art.

Bellas Traum scheint wahr geworden zu sein: Sie ist mit Edward, einem Vampir der verführerischsten Sorte, zusammen. Doch ein kleines blutiges Ereignis kurz nach ihrem 18. Geburtstag zerstört ihr Glück. Edward muss sie verlassen - für immer. Allein ih [mehr]

Sebastian Loth
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