Eine Frau und ein Mann trennen sich. Offensichtlich habe sie vorher gemeinsam sehr viel Geld verdient, erbeutet oder gar gestohlen. Sie nimmt das Geld in Plastiktüten mit nach Sevilla und nistet sich dort in einer neuen Umgebung ein, sehnsuchtsvoll auf ihn wartend: „Er wird nachkommen.“ Doch je länger sie am neuen Ort lebt, Menschen begegnet, sie zurückhaltend erst kennenlernt, dann von ihnen ob ihres täglich zeitgenauen Auftauchens zunehmend selbstverständlich erwartet wird, entfremdet sie sich vom ihm. Erst nimmt sie es nicht war. Eher ihre neue Umgebung vermerkt die Veränderungen, spätestens als sie beginnt, ihre Plastiktüten zu verteilen und andere am Inhalt zu beteiligen. Und dann taucht er wie versprochen auf, beide erkennen den Bruch der Beziehung und sie sehnt Sicherheit herbei: „Könnte ich doch glauben, denke ich, gäbe es doch etwas, das selbstverständlich über allem steht, ein im Grunde alles festlegendes inneres Regelwerk, so ließe sich ein Gewissen, so ließe sich Buße finden.“ (S. 139) (Pit)