24.02.2012

Spurensuche

Wer sind sie, die Helden der Nachhaltigkeit? Was müssen die Figuren in den Geschichten heute tun, um die Welt zu retten? Kann man angesichts der überall herrschenden Unübersichtlichkeit der Verhältnisse überhaupt noch handeln, literarisch oder real? Welche Impulse gibt ein christlicher Schöpfungsglaube? Und kann so ein sachliches und eher abstraktes Thema überhaupt spannend aufbereitet werden und literarisch ankommen? [mehr]

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Eine Frau und ein Mann begegnen sich in einem Wellnesshotel. Sie möchte ein neues Videoprojekt realisieren, er sucht nach einem Weg aus der Schreibblockade. Beide haben unruhige Zeiten und manches Unbearbeitete und Nichtverdaute im Lebensgepäck. Durch wechselseitiges Beäugen, Begleiten in Gedanken ... weiter

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ein satz mit zukunft?/ein satz jedenfalls/der jahre voraus ist

aus "Offene Unruh. 100 Liebesgedichte" von Michael Lentz. S. Fischer Verlag, Frankfurt 2010.

„ein satz mit zukunft?/ein satz jedenfalls/der jahre voraus ist/und du lebst/und du lebst/und du lebst vor dich hin/du beobachtest dich/und der satz beobachtet dich auch“. Warum eigentlich haben es Gedichte so schwer? Weil wir in der Schule manche von ihnen auswendig lernen mussten? Vielleicht kaufen auch nur wenige Menschen Gedichtbände, weil sie so schnell „zuende“ gelesen sein können. Beides stimmt für mich nicht: Gute Gedichte sind klar und damit immer auch ein Stück weit brutal, entwaffnend ehrlich. Als Leser kann ich schnell darüber hinweglesen. Ich muss mich von ihnen nicht erwischen lassen. Und es gibt ja immer wieder gute Gründe, sich nicht mit diesen kleinen – gegen manche Regeln verstoßende – Buchstabenansammlungen auseinander zusetzen. Wer aber immer mal wieder einzelne Gedichte notiert hat und später nochmals auf sie stößt, kennt die Erfahrung: Diese Notate halten oft auch später noch stand. Genau dann macht auch der Leser von Gedichten (oder einzelner Sätze) diese sehr konkrete Erfahrung: „und der satz beobachtet dich auch“. Er amüsiert sich zuweilen über seinen Leser, der ihn unbedingt in einer bestimmten Weise verstehen und damit festlegen will. Sicher sein will, dass der Schreiber des Satzes genau das vom Leser wahrgenommene und nichts anderes ausdrücken wollte. Dabei ist der Satz eine Einladung an den Leser, sich zu beobachten. (Pit)

meinsatz

In dieser wöchentlich erscheinenden Kolumne hält Rolf Pitsch fest, was bei und nach der einmaligen oder mehrmaligen Lektüre von einem Text besonders in Erinnerung blieb und im Leserkopf weiterwirkt.

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Offene Unruh

von Michael Lentz
FISCHER (S.), FRANKFURT(2010)
Hardcover
100 Liebesgedichte ISBN-10: 3100439260 ISBN-13: 9783100439260 MedienNr.: 327035 16.95 €
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