Die ganze Gesellschaft hat sich in einem gnadenlosen Statuskrieg verkämpft. Die gesamte öffentliche Sozialstaats- und Wachstumsdiskussion scheint mir pointiert und gut zusammengefasst in dem Satz: „Die ganze Gesellschaft, vom Kindergartenkind bis hin zu den Bewohnern von Seniorenheimen, hat sich in einem gnadenlosen Statuskrieg verkämpft, der in der Regel in riesigen Materialschlachten ausgetragen wird.“ (S. 52) Er verdeutlicht, dass die gängigen Prinzipien des Wachstums durch zunehmende materielle Anerkennungen vermehrt zu einem absurden Ende kommen. Unsere natürlichen Lebensgrundlagen dieser Welt zeigen uns ihre Endlichkeiten. Auch wenn es offensichtlich zunehmend mehr Menschen gibt, die diese Endlichkeiten erkennen, fehlen uns noch die Verhaltensmuster, in einem weiten gesellschaftlichen Konsens, eine neue Form von Wohlstand zu leben. Dieser Satz kommt mir auch deshalb so klar vor, weil die in ihm enthaltene Nachdenklichkeit keineswegs von einem Kirchenvertreter oder einem Politiker kommt, sondern von einem wirtschaftsnahen Soziologen. Meinhard Miegel fördert im „Denkwerk Zukunft – Stiftung kulturelle Erneuerung“ eine nachhaltige Zukunftsdebatte. Sie fragt innerhalb der Grenzen unserer Ressourcen nach einem neuen Wohlstand für die Menschen, der auf einer Verantwortung für alle aufbaut. (Pit)