Mit der für seine Umgebung sehr ungewöhnlichen Grundeinstellung: „Da habe ich alles, was ich brauche.“ (S. 76) verwirrt der Holzfäller Timo Vatanen seine Umgebung. Und wer könnte sich heute, in einer vielfach vernetzten und globalisierten Welt noch mit einem solchen Satz als Lebensphilosophie durchs Leben schlagen? Aber ist es wirklich so unmöglich? Wäre es vielleicht im 21. Jahrhundert auch noch möglich, allein das Leben zu gestalten und dabei zufrieden zu sein? Die eher wachsende Zahl von EinsiedlerInnen der letzten Jahre spricht ja eher dafür. Das eine solche Einstellung unter sehr ungewöhnlichen Umständen sehr lebendig sein kann zeigt Timo Vatanen: Als die Russen 1939 sein finnisches Heimatdorf einzunehmen drohen, die Bevölkerung rasch flieht, verbrannte Erde hinterlässt, da bleibt er allein zurück. Da die Dorfbewohner ihn für den Dorftrottel halten, gestehen sie ihm auch diese Besonderheit zu. Unter den Besatzern kann er sich mit Holzfällen als Dienstleistung behaupten und er rettete manchem durch seine Kenntnisse der Gegend im tiefen Winter das Leben. Ja, bei allem lebt er sehr selbstgenügsam, braucht kam etwas. Der Glauben an das Gute im Menschen, das Gedenken an seine Eltern, hält ihn. (Pit)