Nur keinen zu nahe an sich herankommen lassen: „... die Öffentlichkeit bietet Schutz, in ihr kannst du dich am leichtesten verbergen.“ (S. 46) Siegfried Lenz erzählt mit altmeisterlicher Leichtigkeit eine kleine, kuriose Geschichte von Gefangenen, die den Auftritt einer Schauspielgruppe im Gefängnis nutzen, mit deren Bus ins Umland zu fliehen. In einem nahe gelegenen Ort werden die sich als Sänger und Schauspieler präsentierenden Gefangenen als große Kulturinnovation gefeiert, zum längeren Verweilen eingeladen. Und so werfen die Gefangenen unter Führung von Hannes und Clemens ihre Fluchtpläne um. Einige Tage lassen sie es sich gut gehen, gestalten das kulturelle Leben in Grünau, spielen dem Geltungsbewusstsein der Ortprominenz in die Hände. Auch die Polizisten betrachten das Geschehen wohlwollend. Mit jedem Tag kommt es den Verurteilten doch zunehmend merkwürdiger vor, dass man sie noch nicht durchschaut hat und sie entschließen sich zur Weiterreise. Doch da wird die überraschende Einladung zur Ordensverleihung zur Falle. An deren Ende wartet nach dem gemeinsamen Auszug nach den Feierlichkeiten der Bus, der sie wieder ins Gefängnis zurückbringt. So führt dieser Satz ins Abseits: Der Schutz der Öffentlichkeit ist trügerisch. (Pit)