Die nun vermehrt auf den Buchmarkt drängenden Romane, die die merkwürdigen Bankgeschäfte der letzten Jahre thematisieren, werden manche Persönlichkeiten beschreiben, die in sich ruhen und die der Geschäftigkeit der Welt wenig abgewinnen können. Charlotte gehört dazu. Als Geschichtslehrerin hat sie einen anderen Blick auf die Welt als der Banker Nate, der sich in Charlottes Nachbarschaft nahe Boston ein Grundstück aneignet und einen protzigen Wohntempel draufsetzen lässt. Seine Geschwindigkeit ist nicht von Charlottes Welt: „Sie wiederum hatte gelesen, studiert und gelehrt, einen Mann geliebt, der nicht zu retten war, und hatte sich doch die Kraft erhalten zu einer mehr oder minder dauerhaften Empörung darüber, dass diese schäbige Welt ihren aufgeklärten Ansprüchen nicht gerecht würde.“ (S. 221) Doch seine Dreistigkeit weckt ihren Widerstand und sie beginnt beharrlich, gegen die bereits geschaffenen Fakten vorzugehen, entdeckt nach und nach manche Regelwidrigkeit und begegnet dabei vielen ehemaligen Schülern. Die Menschen im Dorf schütteln den Kopf über die alte Dame, die unaufgeregt verfolgt, was sie für Recht hält und was spätestens seit der Aufklärung von allen so verstanden werden kann. (Pit)