„In der Natur haben Sie den Kreis-Lauf, in der Zivilisation den Fort-Schritt. Wir Menschen gehören zur einen wie zur anderen Welt.“ (S. 71) Mit diesen und anderen eindrucksvollen Sätzen versucht ein altgedienter Hochschullehrer, der durch die Betrachtung und das Studium von Parkanlagen immer mehr zu einem Philosophen wurde, einer jungen deutschen Journalistin die Verbindung zwischen pflanzlicher und menschlicher Natur zu erklären. Natürlich trifft er sie mit seinen Beschreibungen besonders tief, da sie gerade von Berlin „fort“ in idyllische Parkanlagen in Frankreich geflüchtet ist. So ist der Roman auch eine Liebesgeschichte und eine Geschichte zwischen Generationen, die aufeinander achten, in der Bluts- und Seelenverwandte sich wichtige Aufgaben weitergeben. Gegenüber diesen, entspannend und mit hohem Unterhaltungswert zu lesenden, „Geschichten“ wirken aber diese Sätze über Kreis-Lauf und Fort-Schritt wie Pole, von denen für mich als Lesenden Ruhe und Unruhe zugleich ausgehen: Eher noch eine Runde drehen, um einen Schritt weiter zu kommen? Oder rascher vorangehen, um unnötigen Aufenthalt zu vermeiden? (Pit)