Im Zug unterwegs begegne ich immer wieder Männern, die nicht am Laptop einer Arbeit nachgehen oder ihre Umwelt nicht durch Telefonate drangsalieren, sondern die mehr oder weniger offen ihre Perlenschnur bewegen. Und jetzt finde ich in einem kleinen Buch des Publizisten Martin Lohmann, in dem es ohne schwer verstehbare theoretische Erwägungen auch um die Möglichkeiten zur Gesellschaftsgestaltung von Christen und Muslimen geht diesen Satz: „Perlenschnur und Rosenkranz können heute Symbole und Wegbereiter zu einer neuen Zeit des Miteinanders und der wahren Toleranz der verschiedenen Religionen“ sein. (S. 137) Diese Gemeinsamkeit war neu für mich. Zwar wusste ich, dass es beim Beten beider Religionen mittels dieser traditionellen Hilfsmittel um sehr Ähnliches, vielleicht dasselbe Bitten geht: Hinortung, Vertiefung auf den Schöpfer. Aber bisher habe ich mit diesen Männern im Zug keine Gemeinschaft gespürt. Noch weniger motivierte mich dieser Anblick, mich Ihnen mit dem Rosenkranz gemeinsam zu machen. (Pit)