„Das Futurum, der Konjunktiv, auch die Lüge und der Ausdruck von Hoffnung, von Sehnsucht, das Planen und Vermuten, die Erinnerung und die Erfindung stehen zu unserer Verfügung, Utopien halt: Sie stehen in Büchern.“ (S. 24f.) Was als Unterschied des Erkenntnis- und Ausdrucksvermögens zwischen Tieren und Menschen von einem Dorfschullehrer gemeint war, reicht gegenüber der oberen Behörde zur Bewilligung eines Leseraumes und zur Anschaffung von Büchern aus. Und mit diesem bald ‚Pascals Zimmer’ genannten Luxus schafft sich der Weitgereiste nicht nur Respekt und Freiraum, sondern für seine Schüler auch den Eintritt in eine ferne Welt. Denn nicht alle können dem einige Zeit durch Argentinien gereisten Mann nacheifern, der durch die Entfernung von der Heimat klare Sicht auf wesentliche Dinge des Lebens erhält. In seiner mit leichten pastellfarbenen Sätzen skizzierten Novelle hält der Autor Lebensweisheiten und Erinnerungen an einen alten Mann fest, dessen Nachkommen erst nach seinem Tode erfahren, was der (Groß-) Vater erlebte, was ihm wichtig war und was er auch pietätvoll erst nach seinem Leben offenbaren wollte. So birgt auch dieses kleine Buch Hoffnung und Sehnsucht. (Pit)