„Um diese Unruhe zu besänftigen, muss es ihm gelingen, das Bild des von Grund auf anspruchslosen Menschen wieder herzustellen, das ihm von allen Bildern, die er von sich hat, das liebste ist.“ (S. 107) Jakob Walter gerät eher aus Verlegenheit am Nationalfeiertag auf eine Reise aus seinem Wohnort Bern, den er schon lange nicht mehr verlassen hat. Am Morgen fand er keine Tageszeitung im Kasten, seine Frau konfrontierte ihn mit dem Hinweis auf den arbeitsfreien Tag und dem Hinweis, dass sie für zwei Tage ihre Eltern besuche. Und da auf den Feiertag ein Wochenende folgt, muss er die Tage alleine füllen. Aus einem kleinen Spaziergang entwickelt sich eine Zugfahrt, der Entschluss zu einer Übernachtung in Locarno, ein Wiedersehen mit einem früheren Arbeitskollegen und eine überstürzte Heimfahrt nach Bern, weil dort ein Unwetter die Straßen überflutet hat. Zu viel Bewegung für den Protagonisten. Seine Bilder von sich geraten durcheinander, seine Orientierung gebende Frau bleibt eine weitere Nacht bei den Eltern. So kämpft er sich durch die eigene, innere Unruhe, hält sich an den Erinnerungen an seinen einzigen Freund, der aber seit einigen Tagen vermisst wird, fest. Welches Bild von sich selbst ist dem Leser am liebsten? (Pit)