„Ich habe im Moment das Gefühl, das wir an einem Scheideweg sind.“ (S. 140) Dieser Satz kennzeichnet die Zäsur in diesem Roman eines alternden Paares. Auch wenn Heidenreich/Schroeder im wirklichen Leben nicht mehr als Ehepaar unterwegs sind, haben sie auch für mich in diesem spektakulär unspektakulären Buch eine Ehegeschichte festgehalten, in der vieles vertraut erscheint. Die noch berufsaktive Ehefrau mit ihren Unzufriedenheiten mit dem bereits im beruflichen Ruhestand lebenden Ehemann. Dieser versagt sich zunehmend den allzu zahlreichen flüchtigen Dingen des Alltags und füllt seine Tage mit der Sorge um den Garten. Diese hält ihn beweglich, er kommt wenigen in die Quere und wird kaum gestört. Die Fahrt zur dritten Hochzeit ihrer einzigen Tochter, von der sie rasch fliehen, bringt die beiden den Überzeugungen ihres ersten Frühlings näher. Als sie sich wenig später zum Ausscheiden aus dem Arbeitsleben entschließt, stehen große Pläne an, die von ihrem völlig überraschenden Tod jäh durchkreuzt werden. Flotte Dialoge und große innere Monologe tragen diese im Wechsel von ihr und ihm geschriebenen Texte einer großen Liebe. (Pit)