Im Herbst purzeln die Preise: Deutscher Jugendliteraturpreis, Literaturnobelpreis, Georg-Büchner-Preis ... da kommt ganz schön was zusammen. Welche Bedeutung man diesen Preisen zumisst - die alle großes Ansehen genießen - hängt von den eigenen Leseinteressen ab. Allen gemeinsam ist, dass sie aus der Flut des Angebots lesenswerte Titel und interessante Autoren herausfiltern, die oft abseits des Massengeschmacks liegen.
Neben dem Deutschen Buchpreis, der zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verliehen wird (ausführliche Informationen finden Sie hier), wird auch der Deutsche Jugendliteraturpreis auf der Buchmesse (am 16. Oktober) vergeben. Weitere Informationen finden Sie über den Link in der rechten Spalte.
Ganz neu in der Preislandschaft ist der Publikumspreis der Independent-Verlage. Als Independent-Verlage verstehen sich kleine, zumeist junge Verlage, die unabhängig von Konzernen sind. Sie haben in diesem Jahr erstmals dem Deutschen Buchpreis eine „Hotlist" entgegen gestellt, mit dem Anspruch, „die Gegenwartsliteratur erst zum Leuchten" zu bringen, wie es in ihrer Pressemitteilung hieß.
Die Gegenüberstellung mit dem Deutschen Buchpreis hat sich als nicht besonders glücklich erwiesen, da sich die „Hotlist" bei näherem Hinsehen als Sammelsurium unterschiedlichster Genres entpuppt, die sowohl ältere Titel als auch Erzählungen und Lyrik verzeichnet, während der Deutsche Buchpreis nur neu erschienene Romane berücksichtigt. Dennoch ist es der Initiative gelungen, die „Hotlist" zu einem Publikumspreis weiter zu entwickeln, der im Herbst 2010 erstmals regulär ausgeschrieben werden soll. Über den beliebtesten Hotlist-Titel 2009 kann man noch bis zum 16. Oktober im Internet abstimmen, der Sieger wird noch am selben Tag bekannt gegeben. Weitere Informationen finden Sie über den Link in der Spalte rechts.
Den krönenden Abschluss der Preisverleihungen zur Buchmesse bildet der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, mit dem in diesem Jahr der italienische Schriftsteller Claudio Magris ausgezeichnet wird. Die Preisverleihung findet in der Frankfurter Paulskirche statt und wird vom ZDF live übertragen.
Traditionell gibt Mitte Oktober das Nobelpreiskomitee seine Auszeichnungen bekannt, darunter auch den Nobelpreis für Literatur. Zum Ritual gehört, dass niemand genau weiß, wann das geschehen wird.
Dafür weiß man aber schon genau, dass Walter Kappacher am 31. Oktober den Georg-Büchner-Preis für sein erzählerisches Lebenswerk erhalten wird, denn die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung gibt den Preisträger immer schon im Frühjahr bekannt. Der Georg-Büchner-Preis ist der renommierteste und traditionsreichste Literaturpreis in Deutschland, der - mit Unterbrechung durch das Dritte Reich - seit 1923 verliehen wird.
Gudrun Pausewang schließlich erhält am 13. November den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e.V. für ihr Lebenswerk. Auf dieser Medienliste finden Sie eine Auswahl ihrer Bücher. Die Auszeichnung der Akademie wird jedes Jahr für herausragende Leistungen von Autoren, Übersetzern und Illustratoren, aber auch von Verlegern, Wissenschaftlern, Kritikern und Institutionen vergeben. Die Akademie wurde 1976 gegründet und hat sich der Förderung der Kinder- und Jugendliteratur verschrieben.