Mario Vargas Llosa erhält den Nobelpreis für Literatur 2010. Das gab die Schwedische Akademie am 7. Oktober 2010 in Stockholm bekannt. Die Akademie ehrt ihn „für seine Kartographie der Machtstrukturen und scharfkantigen Bilder individuellen Widerstands, des Aufruhrs und der Niederlage“. Der Literaturnobelpreis ist mit zehn Millionen Kronen (ca. 1,07 Millionen Euro) dotiert und wird am 10. Dezember in Stockholm überreicht.
Mario Vargas Llosa wurde 1936 in Arequipa geboren. Der peruanische Schriftsteller ist einer der führenden lateinamerikanischen Romanciers und Essayisten. Er promovierte über Gabriel García Márquez, sein erster Roman erschien 1963 (Die Stadt und die Hunde). 1989 bewarb er sich als Kandidat der oppositionellen Frente Democrático für die peruanischen Präsidentschaftswahlen und unterlag 1990 im zweiten Wahlgang. Daraufhin zog er sich aus der aktiven Politik zurück und wandte sich wieder der Literatur zu. Als Professor für lateinamerikanische Literatur hielt er verschiedene Gastprofessuren in den USA und England. Heute lebt Mario Vargas Llosa in London, Paris, Madrid und Lima. Er ist in zweiter Ehe verheiratet und hat mit seiner Frau Patricia drei Kinder.
Viele von Vargas Llosas Werken spielen in Peru oder anderen Ländern Lateinamerikas und kritisieren korrupte und undemokratische Systeme, seien sie nun links- oder rechtsorientiert. Dafür wurde der Peruaner oft scharf angegriffen, aber sein Werk auch mit zahlreichen Ehrungen gewürdigt, darunter der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (1996). Im November erscheint sein neuer Roman „El sueño del celta“ (Der Traum des Kelten) über das Leben des irischen Nationalhelden Roger Casement.