14.06.2012

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Das Seminar vermittelt Praxiskonzepte zu den nominierten Titeln des Deutschen Jugendliteraturpreises. Im Rahmen dreier unterschiedlicher Workshops werden kreative Vermittlungsmethoden zu den Nominierungen in den Sparten Bilder-, Kinder- und Jugendbuch erarbeitet. [mehr]

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„Wenn wir nicht ab und zu was Verrücktes tun, können wir uns gleich begraben lassen." Mit diesen Worten kommentiert eine Kellnerin Harolds Vorhaben, zu Fuß 1000 Kilometer quer durch England zu laufen. Dadurch will er eine ehemalige Arbeitskollegin vor dem Krebstod retten, bei der er tief in der Schuld steht. Mich hat der Satz angesprochen, weil er von der Sehnsucht nach Lebendigkeit spricht, die in jedem Menschen wohnt. weiter

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Zeit zu handeln

medienprofile-Themenschwerpunkt zum Klimawandel

Der Klimawandel vollzieht sich schneller als bislang angenommen. Das teilte der Deutsche Wetterdienste (DWD) im April bei der jährlichen Klima-Pressekonferenz mit. Wissenschaftler des DWD haben festgestellt, dass die Jahresdurchschnittstemperatur der letzten 100 Jahre von 8,3 Grad Celsius in den beiden letzten Jahrzehnten fast immer übertroffen wurde. Sechs der zehn wärmsten Jahre seit 1890 entfallen auf das letzte Jahrzehnt. Auch 2008 war es wieder zu warm, in Deutschland, Europa und weltweit. In Deutschland lag der Temperaturdurchschnitt bei 9,5 Grad Celsius. Mag der Unterschied von 1,2 Grad auch klein erscheinen, er sollte Anlass zu großer Sorge und - besser noch - für entschiedenes Handeln sein. Unser Themenschwerpunkt zum Internationalen Tag der Umwelt erklärt, welche Folgen diese auf den ersten Blick geringe Erwärmung hat, wie es überhaupt zum Klimawandel kommen konnte, welche Folgen er hat und was wir dagegen tun können.

Die Erde fiebert

Seit dem vierten Bericht des Weltklima-Rates (IPCC) 2007 ist der Klimawandel eine allgemein wissenschaftlich wie politisch anerkannte Tatsache. Untersuchungen von Meteorologen und Geologen ergaben, dass sich die Erde in den letzten 100 Jahren im Mittel um 0,74 Grad Celsius erwärmt hat.
Als Ursache gilt der von Menschen, vor allem in den westlichen Industrienationen, verursachte Ausstoß von Kohlendioxid als Folge der massiven Nutzung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas. Seit Beginn der Industrialisierung in der Mitte des 18. Jh. hat der Kohlendioxid-Gehalt der Luft um 35 Prozent zugenommen, von 280 Teilen pro Million (ppm) auf 379 ppm im Jahr 2005, wie die "Keeling-Kurve" zeigt (Abbildung und weitere Informationen unter diesem Link). Die Zuwachsrate der letzten zehn Jahre ist die größte seit 50 Jahren, der heutige Wert ist der höchste seit mindestens 650.000 Jahren.
Das vom Menschen erzeugte Kohlendioxid verstärkt den Treibhauseffekt, einen natürlichen Schutzmechanismus, ohne den Leben auf unserem Planeten gar nicht möglich wäre. Wie die Isolierschicht unter dem Dach eines Einfamilienhauses sorgt das Kohlendioxid zusammen mit Wasserdampf und anderen Treibhausgasen dafür, dass die von der Sonne erzeugte Wärme nicht wieder ins All entweicht, sondern unsere Erde schön warm hält. Ohne den Treibhauseffekt wäre alles Leben auf unserem Planeten längst erfroren.
Die Zunahme des Kohlendioxidgehalts in der Luft führt jedoch zu einer zu starken Isolierung der Erde. Wirtschaftet der Mensch weiter wie bisher, könnte sich das Erdklima bis zum Jahr 2100 um fünf Grad Celsius erwärmen, haben die Untersuchungen des IPCC ergeben. Das entspricht in etwa dem Temperaturunterschied zwischen einer Eiszeit und einer Warmzeit. Da wir bereits in einer Warmzeit leben, steuern wir auf eine „Heißzeit" zu, wie das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung warnt. Auch wenn Temperaturschwankungen in der Erdgeschichte immer wieder vorgekommen sind, vollzogen sie sich doch in weitaus größeren Zeitschritten. Und genau darin liegt ein Problem des Klimawandels: Er vollzieht sich zu schnell.

Die Folgen

Die Folgen des Klimawandels sind schon heute unübersehbar. Weltweit schmelzen die Gletscher und das Eis der Polarkappen. Erstmals waren im Sommer vergangenen Jahres Nordwest- und Nordostpassage eisfrei, die Seewege entlang der Küsten des Nordpolarmeeres.
Doch so weit muss man gar nicht reisen, um die Folgen des Klimawandels am eigenen Leib zu spüren. Auch hier in Deutschland sind wir davon betroffen. Zu erleben war das im April. Naturfreunde werden sich an der intensiven und üppigen Blütenpracht erfreut haben, die in der ersten Monatshälfte zu sehen war. Bei Allergikern sorgte die geballte Blütenpracht dagegen für triefende Nasen und juckende Augen. Nach dem kalten Winter sorgte der viel zu warme April (4,5 Grad über dem langjährigen Mittelwert) für eine Blütenexplosion. So blühten gleichzeitig alle Obstbäume von Aprikose bis Apfel. Laut DWD geht dieser Monat als wärmster April aller Zeiten in die Annalen ein.
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein ungewöhnlich warmer April ist noch kein Zeichen für den Klimawandel. Klima und Klimawandel sind statistische Phänomene. Wetterereignisse, wie der warme April, ein zu warmer Winter oder heftige Stürme gehen über einen Zeitraum von 30 Jahren, die Dauer einer menschlichen Generation, in statistische Berechnungen ein. Erst deren Analyse gibt Auskunft über Klimaveränderungen. Einzelne Wetterextreme können daher nicht als Hinweise auf den Klimawandel gewertet werden, nur ihre Häufung über längere Zeiträume.
Was ist aber dann mit dem wärmsten April aller Zeiten? Der reiht sich ein in die wachsende Zahl von Wetterauffälligkeiten, die in der Summe den Schluss auf den Klimawandel zulassen. Der April 2007 war ebenfalls zu warm, als weiteres Indiz kommt hinzu, dass sich die Wachstumsphasen einiger Pflanzen verschoben haben, sie beginnen heute einige Tage früher als noch vor wenigen Jahrzehnten, wie Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung herausgefunden haben. Die Schneemenge in den Mittelgebirgen hat abgenommen, Stürme und Unwetter, wie das Ende Mai rund um den Bodensee, haben an Häufigkeit und Intensität deutlich zugenommen.
Auf die heute schon spürbaren Folgen des Klimawandels und auf die Risiken, die in naher Zukunft auf die Deutschen zukommen werden, können wir uns relativ leicht einstellen. In anderen Weltgegenden sieht das allerdings anders aus. Ausgerechnet die Weltregionen, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen, die Entwicklungsländer, haben weitaus stärker unter den Folgen zu leiden und können sich nicht so leicht anpassen. In einem Positionspapier der CIDSE, dem Zusammenschluss von 16 katholischen Entwicklungsorganisationen aus Europa und Nordamerika, heißt es: „Obwohl der Klimawandel alle angeht, sind jene Menschen, die durch den anhaltenden und chronischen Mangel an Ressourcen, Fertigkeiten und Macht, der ihre Wahlmöglichkeiten und ihre Sicherheit einschränkt, als erstes und am stärksten von ihm betroffen." Die CIDSE fordert daher die internationale Gemeinschaft und vordringlich die Hauptverursacher des Klimawandels zum Handeln auf. „Es ist nun Zeit, dass jene, die das Problem geschaffen haben, auch für dessen Lösung bezahlen und sicherstellen, dass Entwicklungsländer Wege gehen können, die keinen weiteren Klimawandel nach sich ziehen."

Zeit zu handeln

Wir sind dem Klimawandel nicht hilflos ausgeliefert. Er lässt sich zwar nicht mehr aufhalten, dafür ist schon zu viel Kohlendioxid in die Atmosphäre geblasen worden. Aber er lässt sich abmildern. Die Menschheit insgesamt und jede/r Einzelne muss den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren, und zwar schnell.
Bereits 1992 unterzeichneten die meisten Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen die Klima-Rahmenkonvention und vereinbarten, die globale Erwärmung durch Reduzierung der Treibhausgase auf zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.
Dieses Zwei-Grad-Ziel sehen die Forscher vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung nun in Gefahr. Sie haben erstmals berechnet, welche Menge Treibhausgase in der ersten Hälfte dieses Jahrtausends in die Atmosphäre geblasen werden kann, ohne das Ziel zu gefährden. Ihr Ergebnis: bis 2050 dürfen eintausend Milliarden Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen werden. Ein Drittel dieser Menge wurde in den letzten neun Jahren bereits erzeugt. „Wenn wir fossile Brennstoffe weiter so verbrauchen wie bisher, wird das Kohlenstoffbudget in nur zwanzig Jahren aufgebraucht sein und die Erwärmung würde weit stärker ausfallen als zwei Grad", sagte Malte Meinshausen, Leitautor der Studie. „Nur mit einer schnellen Abkehr von den fossilen Brennstoffen haben wir gute Chancen, eine deutliche Erwärmung zu vermeiden. Dabei sollte man nicht vergessen, dass ein Anstieg der globalen Mitteltemperatur um zwei Grad weit über die natürlichen Temperaturschwankungen hinausgehen würde, die das Leben auf der Erde erlebt hat, seit es uns Menschen gibt", sagte Meinshausen weiter.
Es ist also beispielsweise wenig sinnvoll, neue Kohlekraftwerke zu bauen. Stattdessen sollte man sich auf regenerative Energien konzentrieren. Auch die Abwrackprämie, mit der die Bundesregierung der Autoindustrie in der Wirtschaftskrise unter die Arme greift, ist aus dieser Sicht kontraproduktiv. In Fragen der Energiegewinnung und der Mobilität ist die Politik gefragt. Im Kleinen aber hat wirklich jede/r die Möglichkeit, seinen ganz persönlichen Ausstoß von Treibhausgasen zu begrenzen: Weniger Auto fahren z.B., vor allem auf Kurzstrecken (auf den ersten vier Kilometern entspricht der Verbrauch eines Mittelklassewagens hochgerechnet 30 Litern auf 100 Kilometer!), energiesparende Elektrogeräte und Energiesparlampen verwenden und sich gegen die Unart der „Stand by"-Funktion zu wehren. Zahlreiche weitere Anregungen, wie man seinen ganz persönlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, enthält der Ratgeber „Kampf den Klimakillern" aus unserer Medienliste. Dort finden Sie auch weiterführende Literatur für Erwachsene und Kinder zum Thema. Auch unsere „Wasserliste" berührt das Thema, ist doch der Wasserhaushalt der Erde vom Klimawandel stark betroffen.

Die Christen und der Klimawandel

Warum die Christen eine besondere Verantwortung für den Klimaschutz haben. [mehr]

Medienempfehlungen Klimawandel

Medienliste mit Titeln zum Klimawandel und zur Frage, was wir dagegen tun können. [mehr]

Erlebnis Wasser

Medienempfehlungen zum Thema Wasser um Kinder und Jugendliche für den Umgang mit dieser wichtigen Ressource zu sensibilisieren [mehr]

Mit ÖKOPROFIT in die Zukunft

Betriebliches Umwelt-
management ausgezeichnet [mehr]

[mehr] 

Kampf den Klimakillern

von Joanna Yarrow
DROEMER/KNAUR(2009)
Hardcover
365 Tipps wie Sie CO2 reduzieren und Energie sparen ISBN-10: 3426646080 ISBN-13: 9783426646083 MedienNr.: 309074
Führen wir nicht bzw. nicht mehr. 9.95 €
Borro-Rezension

Hilfreiches und handliches Lexikon zur Bekämpfung von Treibhausgasen.

Obwohl zwar im Moment eher die Weltfinanzkrise in den Medien im Vordergrund steht, stellt der Klimawandel dennoch das weitaus größere Übel dar. Dieses Informationsbüchlein gibt dem Leser 365 Tipps, wie man Treibhausgase (v.a. CO2) durch bewusstes Han [mehr]

Bernhard Elsner
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