Jetzt also “Illuminati”. Nach der Verfilmung von Dan Browns Bestseller “Sakrileg” (2006) kommt nun am 13. Mai auch Browns Thriller-Debüt “Illuminati” in die Kinos. Regisseur Ron Howard inszeniert die Verfilmung als Fortsetzung von “Sakrileg”, obwohl es sich literarisch gesehen genau umgekehrt verhält. Dieser Kniff ist wohl nötig, damit nicht allzu offensichtlich wird, dass die Verfilmung von der Hoffnung auf klingelnde Kinokassen inspiriert wurde.
Tom Hanks übernimmt wieder die Rolle des Robert Langdon, der als Spezialist für religiöse Symbole diesmal nicht gegen den Vatikan (durch die Aufdeckung einer angeblichen Liebesbeziehung zwischen Jesus und Maria Magdalena) arbeitet, sondern in seinen Diensten steht, um die angedrohten Morde an vier Kardinälen zu verhindern und den Vatikan vor der Zerstörung durch eine Antimaterie-Bombe zu bewahren, die die Geheimbruderschaft der “Illuminati” irgendwo auf dem Gelände deponiert hat. Ihm zur Seite steht Vittoria Vetra (Ayelet Zurer), eine Physikerin, die mit ihrem Vater zusammen die Technik entwickelt hat, die der Geheimbund als Bombe missbraucht. Den beiden und der Schweizergarde bleiben gerade mal vier Stunden, um den Mörder und die Bombe zu finden. Damit beginnt eine atemlose Jagd durch Rom, die Regisseur Ron Howard, anders als den Vorgänger, als “Bewegungskino in seiner linearsten Form” und “rasante Schnitzeljagd” inszeniert, wie Kathrin Häger in ihrer Kritik für den Filmdienst schreibt.
Mit der Institution Kirche geht der Film “respekt-, ja fast schon ehrfurchtsvoll” um. Darin unterscheidet er sich von der Romanvorlage, in der sich heftige Vorwürfe finden, die Kirche sei wissenschaftsfeindlich, machtgierig und morde, um ihre Wahrheit zu bewahren. Im Film werden sie zu flüchtigen Seitenhieben abgemildert, schreibt der Filmdienst.
Das erleichtert es dem Vatikan, dem Film mit demonstrativem Desinteresse zu begegnen. Radio Vatikan zitiert den Direktor des “Osservatore Romano”, Giovanni Maria Vian, mit den Worten, er habe den im Jahr 2000 erschienen Roman “Angels and Demons” (so der US-amerikanische Originaltitel von “Illuminati”) ganz lustig gefunden, auch wenn er voller Fehler sei. Aber im Grund sei es ein “eher schlecht geschriebener Dreigroschen-Roman”. Zum Film werde er nur Stellung nehmen, wenn die Produktionsfirma “1.000 ‘Osservatore’-Abonnements auf zehn Jahre” bestelle. Vatikansprecher Federico Lombardi wies auch die Behauptung von Regisseur Howard zurück, der Vatikan habe hinter den Kulissen dafür gesorgt, dass sein Team keine Drehgenehmigungen für die römischen Kirchen erhalten habe.
Dagegen verlangt der Vorsitzende der Universal Society of Hinduism, Rajan Zed, eine strengere Altersvorgabe für den Film in den USA. Jugendliche unter 17 Jahren dürften den Film nur in Begleitung von Erwachsenen besuchen, außerdem müsse am Anfang ein Hinweis auf die Fiktionalität des Films eingeblendet werden. Zed kritisierte, der Film spiele aus ökonomischen Gründen mit den Gefühlen von Gläubigen. Die Universal Society of Hinduism revanchiere sich damit dafür, dass die US-amerikanische Bischofskonferenz sie beim Boykott des Films “The Love Guru” unterstützt hatte, kommentierte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.
Für unseren Filmtipp haben wir die Filmdienstkritik, den Trailer, die Borro-Rezension zum Buch und einen Lektüretipp für diejenigen, die sich mit dem Konflikt zwischen Glauben und Wissenschaft beschäftigen wollen, zusammengestellt.