24.02.2012

Spurensuche

Wer sind sie, die Helden der Nachhaltigkeit? Was müssen die Figuren in den Geschichten heute tun, um die Welt zu retten? Kann man angesichts der überall herrschenden Unübersichtlichkeit der Verhältnisse überhaupt noch handeln, literarisch oder real? Welche Impulse gibt ein christlicher Schöpfungsglaube? Und kann so ein sachliches und eher abstraktes Thema überhaupt spannend aufbereitet werden und literarisch ankommen? [mehr]

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Eine Frau und ein Mann begegnen sich in einem Wellnesshotel. Sie möchte ein neues Videoprojekt realisieren, er sucht nach einem Weg aus der Schreibblockade. Beide haben unruhige Zeiten und manches Unbearbeitete und Nichtverdaute im Lebensgepäck. Durch wechselseitiges Beäugen, Begleiten in Gedanken ... weiter

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“Ich gönne mir das Wort Gott”

Erich Jooß über Georg Langenhorsts Entdeckungsreise in die Gegenwartsliteratur

Georg Langenhorst, Religionspädagoge an der Universität Augsburg, hat sich intensiv mit religiösen Spuren in der Gegenwartsliteratur beschäftigt (s. a. hier). Die Früchte seiner jüngsten Entdeckungsreise in die Gegenwartsliteratur hat er in dem kürzlich erschienen Buch "Ich gönne mir das Wort Gott" zusammengetragen. Erich Jooß, Direktor des Sankt Michaelsbundes (München) hat das Buch für den Borromäusverein besprochen.

 

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“Ich gönne mir das Wort Gott”

von Georg Langenhorst
HERDER, FREIBURG(2009)
Hardcover
Annäherungen an Gott in der Gegenwartsliteratur. Gott und Religion in der Literatur des 21. Jahrhunderts ISBN-10: 3451322269 ISBN-13: 9783451322266 MedienNr.: 308020 24.95 €
Borro-Rezension

Wie die zeitgenössische Literatur von Gott spricht.

Georg Langenhorst hat sich schon mit vielen seiner Bücher im Grenzbereich von Theologie und Literatur (aber auch Film) bewegt; dies ist vielleicht das bisher wichtigste. Es spielt im Titel auf einen häufig zitierten Satz von Andreas Maier an: “Irgendwann habe ich damit angefangen, mir die Verwendung des Wortes Gott zu gönnen.” An einer Fülle von Beispielen zeigt Langenhorst auf, dass die literarische Gottesrede seit 1990 wieder Eingang gefunden hat in die zeitgenössische Literatur, ja geradezu einen Trend markiert. Das alte, verheerende Diktum von Gottfried Benn, religiöses Sprechen sei ein “schlechtes Stilprinzip”, wird dadurch eindrucksvoll widerrufen. Der Autor spitzt seine These noch zu und arbeitet heraus, dass die religiösen “Suchwege” vor allem von katholisch geprägten Autoren (Hanns-Josef Ortheil, Ulla Hahn, Ralf Rothmann, Arnold Stadler u. v. m.) eingeschlagen werden, während im evangelischen Raum immer noch die scharfe Abrechnung mit der eigenen konfessionellen Herkunft vorherrscht. Am stärksten ist Langenhorst dort, wo er - wie im Enzensberger-Kapitel - lange Entwicklungslinien zieht oder wo er (siehe den Vergleich zwischen SAID und Kurt Marti) streiflichtartige, sehr pointierte Deutungen versucht. Auch wenn man Langenhorst manchmal widersprechen möchte (und kann), ist sein Buch ein großer Wurf: lebendig und profund geschrieben, voller Temperament, mit blitzgescheiten Analysen und gesättigt mit Leseerfahrungen. Wer auf eine Entdeckungsreise in der deutschen Gegenwartsliteratur gehen will und sich gleichzeitig für religiöse Fragestellungen interessiert, findet keinen kundigeren Führer.

Erich Jooß
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