Harry Mulisch wurde am 29. Juli 1927 in Haarlem als Sohn eines ehemaligen österreichischen Offiziers und einer Frankfurter Jüdin geboren. Die Kollaboration seines Vaters mit den deutschen Besatzern und die Verfolgung wegen der jüdischen Herkunft sollten starken Einfluss auf Mulischs literarisches Werk haben.
Nach der Scheidung seiner Eltern wuchs er erst bei der Mutter, später beim Vater auf. Mit 18 Jahren schrieb er seine erste Geschichte und arbeitete später neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller auch für verschiedene Zeitschriften. 1962 wurde Mulisch Vorstandsmitglied des einflussreichen Literaturverlags De Bezige Bij. Er verfolgte den Eichmann-Prozess als Berichterstatter in Israel, engagierte sich öffentlich gegen den Kalten Krieg und den Vietnamkrieg und in den 1980er Jahren in der niederländischen Friedensbewegung.
Seine Romane "Das Attentat" und "Die Entdeckung des Himmels" brachten Harry Mulisch nicht nur weltweite Beachtung, sondern 2002 auch das Bundesverdienstkreuz erster Klasse aufgrund der „wichtigen Vermittlerrolle seiner Werke“.
Harry Mulisch starb am 30. Oktober 2010 in Amsterdam an einem Krebsleiden. Er hinterlässt seine 21 Jahre jüngere Frau und drei Kinder.