14.06.2012

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Das Seminar vermittelt Praxiskonzepte zu den nominierten Titeln des Deutschen Jugendliteraturpreises. Im Rahmen dreier unterschiedlicher Workshops werden kreative Vermittlungsmethoden zu den Nominierungen in den Sparten Bilder-, Kinder- und Jugendbuch erarbeitet. [mehr]

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„Wenn wir nicht ab und zu was Verrücktes tun, können wir uns gleich begraben lassen." Mit diesen Worten kommentiert eine Kellnerin Harolds Vorhaben, zu Fuß 1000 Kilometer quer durch England zu laufen. Dadurch will er eine ehemalige Arbeitskollegin vor dem Krebstod retten, bei der er tief in der Schuld steht. Mich hat der Satz angesprochen, weil er von der Sehnsucht nach Lebendigkeit spricht, die in jedem Menschen wohnt. weiter

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Weder neu noch klug

Magnus Striet über Richard Dawkins "Gotteswahn"

Der Ullstein-Verlag hat nicht zufällig den 11. September als Erscheinungsdatum der deutschen Ausgabe des Bestsellers "Gotteswahn" von Richard Dawkins gewählt. Die Terroranschläge auf das World-Trade-Center in New York und andere Ziele in den USA 2001 dienen Dawkins als Argument gegen den Wahrheitsanspruch der Religionen. SeineThesen zur Religion haben die Debatte um das Verhältnis von Naturwissenschaften und Religion im Allgemeinen und das Verhältnis von Schöpfungslehre und Evolutionstheorie im Besonderen neu angefacht. Mit einerMedienliste zum Thema wollen wir Büchereien und ihren Leserinnen und Lesern Argumente für die Auseinandersetzung mit Dawkins Thesen an die Hand geben.

Der Freiburger Theologe Prof. Dr. Magnus Striet hat Dawkins Buch unter die Lupe genommen. Er bringt seine Kritik auf den Punkt und sagt, warum es sich dennoch lohnt, das Buch zu lesen. Ausgewählte Diskussionsbeiträge rund um "Gotteswahn" haben wir dokumentiert.

 

In den USA längst ein Bestseller geworden, liegt die unter dem Originaltitel „The God Delusion“ publizierte Generalabrechnung von Richard Dawkins mit religiösen Weltanschauungen nun in deutscher Übersetzung vor. Zu begrüßen ist dies deshalb, weil im Frühsommer bereits das Nachrichtenmagazin Der Spiegel (22/2007) dem „Kreuzzug der neuen Atheisten“ einen Leitartikel widmete und deren Thesen einem breiteren Publikum bekannt gemacht hat. Doch bei näherem Hinsehen gibt Dawkins Buch reichlich Anlass zur Verwunderung. Denn was er an Argumenten gegen die Religionen vorlegt, ist wahrlich nicht neu und dabei vor allem theorieschwach.

Zum einen sprechen in Dawkins Augen die Verbrechen im Namen der Religion gegen deren Wahrheitsanspruch. Er zieht hier etwa einen direkten Vergleich zwischen Abraham, der bereit ist, seinen Sohn zu opfern, und der Verteidigungsstrategie von Nazischergen während der Nürnberger Prozesse, die sich darauf beriefen, nur Befehle ausgeführt zu haben. Ob hier dann nicht doch Unterscheidungen fällig wären zwischen der eigentlichen Aussagegestalt der biblischen Texte und dem, was Menschen im Laufe der Geschichte aus ihnen gemacht haben, sei dahin gestellt. Natürlich kann es nicht darum gehen, diese Verbrechen zu leugnen. Darüber jedoch das humanisierende Potenzial zumindest von vernunftgesteuerten Religionen völlig herunterzuspielen, ist historisch blind.

Was die Theorieseite der Religionskritik angeht, findet sich bei Dawkins ein Gemisch von Auseinandersetzungen mit Argumenten aus der Tradition der Gottesbeweise und dem Versuch, das Aufkommen von Religionen und deren Wert- und Moralvorstellungen evolutionstheoretisch zu erklären. Religionen werden in dieser Logik zu einem Nebenprodukt komplexer evolutiver Prozesse. Wobei Dawkins nicht vergisst, auf die zumindest vorübergehenden Vorteile religiöser Vorstellungen und Praktiken für die Evolution von Gesellschaften hinzuweisen. Was falsch ist, kann eben trotzdem gut funktionieren. Nur dass sich diese Vorteile inzwischen überlebt haben und inzwischen die andere - zerstörerische - Seite der Religionen sichtbar wird, wie Dawkins meint.

Soll man dieses Buch lesen? Ja. Denn in ihm finden sich viele populäre Argumente gegen die Religionen, so dass man das eigene Denken schärfen kann. Bewegt es sich auf dem Theorieniveau der Gegenwart? Nein. Um nur ein Argument zu nennen: Auch wenn religiöse Vorstellungswelten innerhalb der Evolution entwickelt wurden, evolutive Faktoren also durchaus zugeben werden müssen, so entscheidet dies noch nicht darüber, ob der Wahrheitsanspruch der Religionen richtig oder falsch ist. Bezogen auf die monotheistischen Religionen: Es könnte ja selbst dann ein Gott existieren, wenn kein Mensch je auf diese Idee gekommen wäre.

Magnus Striet


Magnus Striet, geb. 1964, ist Professor für Fundamentaltheologie in Freiburg und Autor einer wachsenden Zahl theologischer Sachbücher, zuletzt: Gestorben für wen? Freiburg: Herder 2007

"Darwins Rottweiler"

Sorgt für scharfe Kritik: Richard Dawkins Bestseller „Der Gotteswahn“. Ein Überblick über die Pressestimmen der vergangenen Woche von Christoph Holzapfel, Borromäusverein Bonn e.V. 

„Der Gotteswahn“ – die neu erschienene deutsche Übersetzung von Richard Dawkins Bestseller „The God Delusion“ sorgte vergangene Woche für ausreichend Gesprächsstoff. „Richard Dawkins schwingt das Schwert des Naturalismus“, titelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). In einem Spiegel-Gespräch kommt sein Spitzname „Darwins Rottweiler“ zu Tage. Und die Süddeutsche Zeitung (SZ) nennt ihn einen „biologistischen Hassprediger“.

FAZ: Mildernde Umstände
„Sagen wir es zurückhaltend: Es hat schon einmal interessantere Formen von Religionskritik gegeben“, schreibt Helmut Mayer in der FAZ („Ein Hypothesengott ist schnell erledigt“, 10.09.2007, S. 45). Der Versuch, die naturwissenschaftliche Sicht auf die Welt zur einzig gültigen Erklärung der Welt zu erheben, gebe eben nur wenig her. Dennoch macht er für Dawkins „mildernde Umstände“ geltend. „Man muss den Blick nur über einige seiner erklärten Gegner schweifen lassen, etwa über jene Evangelikalen, die sich darauf versteifen, mit der Bibel gegen Darwin und die Folgen vorzugehen.“

SZ: Langweilig und unqualifiziert
Der Münchener Theologe Friedrich Wilhelm Graf ist in der SZ weniger zurückhaltend. Der „langweilige Text“ weckt sein Interesse nur, weil Dawkins behauptet, mit der darwinschen Evolutionstheorie „über einen alles erklärenden Deutungsschlüssel zu verfügen“. Doch Dawkins Versuch, „die Geheimnisse aller Kultur“ mit diesem Schlüssel aufzudecken, überzeugt Graf keineswegs. Er wirft Dawkins vor, mit seiner „philosophische Unbildung“ zu prahlen und alle Gläubigen pauschal für krankhaft zu erklären. Ernüchtert stellt er fest, dass dieser „keinen einzigen Klassiker der Kultur- und Religionswissenschaften“ kenne und von den neueren Expertendiskussionen keine Ahnung habe, aber natürlich ganz genau wisse, wie Kultur inklusive Religion funktioniere. Obwohl Dawkins Thesen also völlig substanzlos sind, lässt sich der Erfolg seines Buches ohne großen Aufwand erklären, meint Graf: „Vulgärer Hardcore-Glaube feiert auf globalisierten Religionsmärkten derzeit deutlich größere Erfolge als Glaubensweisen, die auf den Grundton von Demut, Besonnenheit und Respekt vor anderen gestimmt sind. Streng bindende Kampfgötter beherrschen die Szene, vielerorts wird missionarisch aufgerüstet. Religionskritik kann davon leicht profitieren. Sie muss nur die Gewaltgötter in ihrer grausamen Härte vorstellen und in einem zweiten Gedankenschritt den Nachweis führen, dass Gewaltfixierung, Unterdrückung und aggressive Intoleranz das wahre Wesen Gottes konstituieren.“

Der Spiegel: „Ein Gott der Angst“
Das Spiegel-Gespräch („Ein Gott der Angst“, Der Spiegel 37 (2007), S. 160-164) belegt, wie undifferenziert Dawkins sich über Religionen äußert – und wie wenig Spiegel-Redakteure dem entgegen zu setzen haben. Auf die Frage, welche Folgen die Anschläge vom 11. September für ihn hatten, antwortet Dawkins: „Der 11. September hat mich sicherlich radikalisiert und auch die Antwort der Christenheit (!), deren Kreuzzug gegen die neuen Feinde, die Aufteilung der Welt in Gute und Böse.“ Dass der „war on terror“, den die USA ausgerufen haben, keine Sache „der Christenheit“ (Wer ist das überhaupt?) ist, dass Johannes Paul II. und Benedikt XVI. gegen Gewaltanwendungen protestiert haben, scheint für ihn keine Rolle zu spielen. Im weiteren Verlauf des Interviews wirft er den Christen „mentalen Kindesmissbrauch“ vor, weil sie die Kinder schon früh indoktrinierten und ihnen die Etiketten „protestantisch“ oder „katholisch“ verpassten. Als Begründung verweist er auf sog. Höllen-Häuser, in denen evangelikale Christen in den USA Kindern auf drastische Weise Angst vor der Hölle machen.

Deutlich wird in dem Interview auch, dass für Dawkins außerhalb der naturwissenschaftlichen Weltsicht keine anderen ernstzunehmenden Erklärungen für die Welt existieren. Und die Spiegel-Redakteure haben seinen Argumenten auch wenig entgegen zu setzen. Wenn etwa Dawkins andeutet, dass die Naturwissenschaften für die Erklärung, warum unser Universum existiert, immer noch eine beweisbare Erklärung schuldig bleiben, kommen sie ihm mit dem Uhrmacher-Gott, der die Schöpfung angestoßen habe, wie man eine Uhr aufzieht, und sich dann zurückgezogen habe. Kein Wunder, dass Dawkins mit so einem Einwand leichtes Spiel hat, ganz abgesehen davon, dass gerade das eben nichts mit der christlichen Schöpfungslehre zu tun hat. Die geht nämlich nicht nur davon aus, dass Gott – auf welche Weise auch immer – Urheber der Schöpfung ist, sondern sie sieht in ihm auch die Kraft, die dieser Schöpfung Bestand verleiht. Kurz: Ohne Gottes Beitrag hätte diese Welt und das ganze Universum keinen Bestand. An anderer Stelle kommen sie Dawkins mit dem „Lückenbüßergott“, also einem Gott, der als Erklärung herhalten muss, wenn rationale, naturwissenschaftliche Erklärungen nicht greifen. Am Ende des Interviews zeigt Dawkins sich von seinem Spitznamen „Darwins Rottweiler“ geschmeichelt. „Rottweiler sind sehr charmante, süße Hunde.“ – Mag sein. Aber sie sind stur und wissen mit ihrer Kraft nicht umzugehen, wenn sie in den falschen Händen sind. Sagt meine Kollegin.

Entstehung des Lebens

von Peter Ackroyd
DORLING KINDERSLEY(2004)
Hardcover
ISBN-10: 3831005591 ISBN-13: 9783831005598 MedienNr.: 206082
Führen wir nicht bzw. nicht mehr. 16.90 €
Borro-Rezension

Die Evolution von der Entstehung der Erde über die Entwicklung von Pflanzen und Tieren bis zum Menschen.

Die mehrbändige Reihe “Die Geschichte der Welt” beginnt mit diesem Werk über die Evolution. Am Anfang steht die Bildung der Erde vor etwa 4,6 Milliarden Jahren. Etwa eine Milliarde Jahre später entstand das erste Leben in Form von Mikroben. Nach und [mehr]

Michael Mücke

Weltwissen für Kinder: Dinosaurier & Evolution, 1 Audio-CD

von Stephan M. Hübner
DHV DER HÖRVERLAG(2007)
Audio-CD / Cassette
Sach-Hörspiel. 60 Min. ISBN-10: 3867170029 ISBN-13: 9783867170024 MedienNr.: 271069
Vergriffen, keine Neuauflage 12.95 €
Borro-Rezension

Viel Wissenswertes über Dinosaurier und ihre Zeit sowie die Evolution.

Die Sach-Hörspiel-Reihe “Weltwissen für Kinder” aus der Produktion des HR 2 beginnt mit einer Rahmenhandlung, in der Kapitän Bukani den Wissensozean befährt, um alle darin vorhandenen Informationen auf dem neuen “mp10-Weltwissen-Archiv” zu sichern. B [mehr]

Leoni Heister

Die Evolution des Menschen

von Thomas Junker
BECK(2009)
Taschenbuch
ISBN-10: 3406536093 ISBN-13: 9783406536090 MedienNr.: 263853 8.95 €
Borro-Rezension

Wie die Evolutionsbiologie den Ursprung und das Werden des Menschen bis zur Neuzeit erklärt.

Seit zwei Millionen Jahren gibt es Menschen, die Gattung Homo, seit 200.000 Jahren unsere eigene Art, den Homo Sapiens. Mit den Menschenaffen verbinden ihn gemeinsame Vorfahren. Von Afrika aus breitete sich der Mensch über die ganze Welt aus und verz [mehr]

Michael Mücke

Der Anfang aller Dinge

von Hans Küng
PIPER(2005)
Hardcover
Naturwissenschaft und Religion ISBN-10: 3492047874 ISBN-13: 9783492047876 MedienNr.: 239333
Vergriffen, keine Neuauflage 18.90 €
Borro-Rezension

Grundlagenwerk für einen zeitgemäßen Dialog zwischen Theologie und Naturwissenschaft.

Das neue Buch Küngs ist weltweit in die Schlagzeilen gekommen, weil es die Grundlage für ein Gespräch des Autors mit Papst Benedikt XVI. bildete, nachdem beide jahrzehntelang nicht miteinander geredet hatten. Um es gleich vorweg zu sagen: Küng hat mi [mehr]

Rainer Boeck

Das Säugetier von Gottes Gnaden

von Ulrich Lüke
HERDER, FREIBURG(2006)
Hardcover
Evolution, Bewusstsein, Freiheit ISBN-10: 3451288591 ISBN-13: 9783451288593 MedienNr.: 552313
Vergriffen, keine Neuauflage 19.90 €
Borro-Rezension

Die heutige naturwissenschaftliche Anthropologie im Blick der Theologie.

Die heutigen Naturwissenschaften befassen sich in vielfältiger Weise mit dem Menschen und werfen dabei Fragen grundsätzlicher Art auf, ohne dabei oft die Theologie, die Philosophie und die Bibelwissenschaften auch nur zu beachten. Wichtige Stichworte [mehr]

Werner Trutwin

Ziel oder Zufall?

von Christoph Schönborn
HERDER, FREIBURG(2007)
Hardcover
Schöpfung und Evolution aus der Sicht eines vernünftigen Glaubens ISBN-10: 3451293897 ISBN-13: 9783451293894 MedienNr.: 554614 19.90 €
Borro-Rezension

Schöpfungslehre im Dialog mit den Naturwissenschaften.

Nicht allein um eine Darlegung der christlichen Schöpfungslehre ist es dem Wiener Erzbischof und Kardinal Schönborn in dieser Sammlung von Katechesen zu tun, sondern ebenso auch um einen fruchtbaren Dialog zwischen Theologie und Naturwissenschaften. [mehr]

Richard Niedermeier

Darwins Werk und Gottes Beitrag

von Christopher Schrader
KREUZ-VERLAG(2007)
Hardcover
Evolutionstheorie und Intelligent Design ISBN-10: 3783128250 ISBN-13: 9783783128253 MedienNr.: 554836
Führen wir nicht bzw. nicht mehr. 12.95 €
Borro-Rezension

Eine grundlegende Argumentationshilfe zur Diskussion um die Evolutionstheorie.

Ein mutiges und provozierend anmutendes Buch mit einer Position, an der man sich reiben kann. Es geht dem Redakteur der Süddeutschen Zeitung um allgemeinverständliche Einblicke und Einsichten rund um das Themenfeld “Evolution und Schöpfung” im weites [mehr]

Reiner Andreas Neuschäfer

Evolution

von Franz M. Wuketits
BECK(2009)
Taschenbuch
Die Entwicklung des Lebens ISBN-10: 3406447384 ISBN-13: 9783406447389 MedienNr.: 522730 8.95 €
Borro-Rezension

Einführung in die Ergebnisse und Probleme der modernen Evolutionsforschung.

Der schmale Band gibt einen kompakten Überblick über die vielfältigen Aspekte der biologischen Evolution (Evolutionstheorie, Abläufe der Evolution, Motoren der Evolution, Entstehung und Entwicklung des Lebens). Der Autor, ein international renommiert [mehr]

Johann Book

Das diskutierte Buch[mehr]

The God Delusion, Deutsche Ausgabe

von Richard Dawkins
ULLSTEIN HC(2007)
Hardcover
ISBN-10: 3550086881 ISBN-13: 9783550086885 MedienNr.: 277776 22.90 €
Borro-Rezension

Generalabrechnung des Evolutionsbiologen Dawkins mit religiösen Weltanschauungen.

In den USA längst ein Bestseller geworden, liegt die unter dem Originaltitel “The God Delusion” publizierte Generalabrechnung von Richard Dawkins mit religiösen Weltanschauungen nun in deutscher Übersetzung vor. Doch was er an Argumenten gegen die Re [mehr]

Magnus Striet
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