„Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an" sang Udo Jürgens. Und weiter „Ihr werdet Euch noch wundern wenn ich erst Rentner bin, sobald der Stress vorbei ist dann lang ich nämlich hin". Als hätte Frank McCourt das Lied zu seinem Lebensmotto gemacht, begann seine literarische Karriere erst im Ruhestand. Sein Weltbestseller „Die Asche meiner Mutter" erschien 1996, da war er 66 Jahre alt. Sein Berufsleben hatte er als Lehrer an verschiedenen Schulen in New York verbracht.
Am vergangenen Sonntag (19.7.) ist Frank McCourt einem Krebsleiden erlegen. Sein Lebensweg war verschlungen. 1930 wurde er in New York als Sohn irischer Einwanderer geboren. Doch seinen Eltern gelang es nicht, in den USA Fuß zu fassen. 1934 kehrten sie völlig verarmt nach Irland zurück. In den Slums von Limerick, der Heimatstadt seiner Mutter, verlebte Frank in einer sich ständig vergrößernden Familie eine erbärmliche Kindheit, geprägt von Hunger und unvorstellbaren hygienischen Missständen. Ständig war die Familie auf fremde Hilfe, Sozialhilfe oder kirchliche Fürsorge, angewiesen. Der Vater, ein ehemaliger IRA-Aktivist, war ein Trinker; aus diesem Elend schien es kein Entrinnen zu geben. Doch Frank gelang es, durch harte Arbeit soviel Geld zusammen zu sparen, dass er mit 19 Jahren ein Schiff besteigen und erneut in die USA auswandern konnte. In New York schlug er sich mit verschiedenen Jobs durch, bis er in die Armee eingezogen wurde. Danach konnte er studieren und wurde Lehrer.
Mit „Die Asche meiner Mutter" schrieb er sich die schwere Kindheit vom Herzen und erhielt dafür den Pulitzer-Preis und manch andere Auszeichnung. Zu dem Roman, den er immer schreiben wollte, kam es nicht, dafür erschienen noch drei weitere autobiografisch geprägte Bücher, darunter „Ein rundherum tolles Land" (1999).