14.06.2012

Preisverdächtig!

Das Seminar vermittelt Praxiskonzepte zu den nominierten Titeln des Deutschen Jugendliteraturpreises. Im Rahmen dreier unterschiedlicher Workshops werden kreative Vermittlungsmethoden zu den Nominierungen in den Sparten Bilder-, Kinder- und Jugendbuch erarbeitet. [mehr]

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„Wenn wir nicht ab und zu was Verrücktes tun, können wir uns gleich begraben lassen." Mit diesen Worten kommentiert eine Kellnerin Harolds Vorhaben, zu Fuß 1000 Kilometer quer durch England zu laufen. Dadurch will er eine ehemalige Arbeitskollegin vor dem Krebstod retten, bei der er tief in der Schuld steht. Mich hat der Satz angesprochen, weil er von der Sehnsucht nach Lebendigkeit spricht, die in jedem Menschen wohnt. weiter

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In Unsicherheit

medienprofile-Themenschwerpunkt Flüchtlinge

Unsicher. Wenn sich die Lage von Menschen auf der Flucht in einem Wort zusammenfassen lässt, dann damit. Herausgerissen aus der Heimat, bedroht von Gewalt und Hunger – und auch da, wo die aktuelle Versorgung sichergestellt ist, in Unsicherheit über ihre Zukunft.

Unsicher ist auch, wie viele Menschen überhaupt Flüchtlinge sind. Fast 10 Millionen Menschen auf der Flucht zählte das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) im Jahr 2005 weltweit, weit weniger als zu Beginn der neunziger Jahre, als die Zahl der Kriege auf der Welt ihren bisherigen Höhepunkt erreicht hatte. Im Jahr 2008 waren es 16 Millionen, aber diese Zahlen schließen all jene noch nicht ein, die auf ihrer Flucht die Grenzen ihres Heimatlandes nicht verlassen haben. Ihre Zahl kann auch das UNHCR nur schätzen, weil die meisten dieser Binnenflüchtlinge nicht in seinen von der Genfer Flüchtlingskonvention definierten Zuständigkeitsbereich fallen – 26 Millionen sollen es sein. Der gerade veröffentlichte Bericht „Global Trends“ des UNHCR verdeutlicht dieses Verhältnis am Beispiel Kolumbiens und des Irak: In Kolumbien stehen drei Millionen Binnenflüchtlinge 347.000 Menschen gegenüber, die in Nachbarländer geflohen sind, im Irak sind es rund 2,6 Millionen Binnenflüchtlinge und 1,9 Millionen Menschen, die in andere Länder geflohen sind.

Unsicherheit

Das als „Genfer Flüchtlingskonvention“ bekannte „Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge“ setzt aber voraus, dass ein Flüchtling sich aus Gründen „der Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung [...] außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt“. Damit fallen nicht nur all jene aus den offiziellen Flüchtlingsstatistiken heraus, die eben ihr Heimatland nicht verlassen haben, aber trotzdem entwurzelt und in Unsicherheit über ihre Zukunft leben, sondern auch alle, die wegen Naturkatastrophen wie dem Tsunami im Dezember 2004, wegen sich massiv verschlechternder Lebensbedingungen aufgrund des Klimawandels oder schlicht aus wirtschaftlichen Gründen ihre Heimat verlassen müssen. Ohne den Rechtsstatus als Flüchtling gelten sie in den Aufnahmeländern als „illegale Einwanderer“ und auch in diesem Fall ist ihre Lage vor allem eines: unsicher. In den Migrationsströmen der globalisierten Welt mit 175 Millionen Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen ihre Heimat verlassen haben, stellen Flüchtlinge und Asylsuchende nur eine kleine Gruppe dar. Die Grenzen zwischen Arbeitsmigration, Menschenschmuggel und Menschenhandel sind schwer zu ziehen – und wenn sich die Bedingungen im Aufenthaltsland ändern, werden aus Arbeitsmigranten mitunter Flüchtlinge oder Opfer von Menschenhandel.

Rückkehr

Unsicherheit prägt aber auch das Leben von Menschen, die wiederholt kurzfristig aus ihrem Heimat zu nahegelegenen Zufluchtsorten fliehen müssen, und die Situation derer, die in Krisengebieten leben, aber zu arm oder zu geschwächt sind, um zu fliehen. Und auch „Rückkehr“ bedeutet nicht, dass ehemalige Flüchtlinge nun in Sicherheit leben könnten: Weniger die Aussicht auf Frieden und Stabilität im Heimatland, sondern zumeist das Drängen des Aufnahmelandes sorgt für große Rückkehrbewegungen, sobald etwa ein bewaffneter Konflikt beendet wurde. Die Geflohenen finden dann eine Situation vor, die ebenso unsicher ist wie die am Vorabend ihrer Flucht und geprägt ist von sozialen Verwerfungen, Instabilität und zerstörter Infrastruktur. Schnelle, erzwungene Rückkehr ist vor allem deswegen ein bleibendes Problem, weil die meisten Flüchtlinge in Ländern Zuflucht suchen, die zu den ärmsten und instabilsten der Welt gehören: Afghanen in Pakistan, Kongolesen in Tansania, Burundi und Ruanda, Einwohner Burundis in Tansania, in der Demokratischen Republik Kongo und in Ruanda, Menschen von der Elfenbeinküste in Liberia, Liberier in Sierra Leone. Nur eine Minderheit von Flüchtlingen gelangt während der Flucht auf einen anderen Kontinent oder von einem Entwicklungsland in eine der westlichen Industrienationen. Kinder und Jugendliche machen etwa die Hälfte aller Flüchtlinge aus, die in armen Ländern Aufnahme suchen. Ihre Unsicherheit ist kaum noch steigerbar: Sie sind am verletzlichsten und am meisten von sexuellem Missbrauch, HIV, Sklaverei, Rekrutierung als Kindersoldaten und Menschenhandel bedroht.

Die meisten Flüchtlingsbewegungen haben ihren Ursprung in armen Ländern und betreffen vor allem die ärmste und verletzlichste Bevölkerung. Die weltweite Armut zu reduzieren oder gar zu besiegen wird nur gelingen, wenn die internationale Gemeinschaft nachhaltig wirksame Antworten auf das Flüchtlingsproblem findet – das ist sicher. (Annette Jantzen)

Titelbild: (c) UNHCR/ZALMAÏ 2008

Video-Botschaft von Angelina Jolie zum Weltflüchtlingstag

Quelle: youtube.com - UNO-Flüchtlingshilfe

Gimme Shelter - eine humanitäre Kampagne für die Opfer der Kämpfe im östlichen Kongo

Quelle: youtube.com - UNO-Flüchtlingshilfe

Das UNHCR Online-Quiz

(für Flashplayer)

UNESSI moderiert ein Ratespiel mit vielen kniffligen Fragen zum Flüchtlingsthema.

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Annette Jantzen

Die katholische Theologin hat in Kirchengeschichte mit einer Arbeit über Priester im Ersten Weltkrieg promoviert. Für den Borromäusverein rezensiert Annette Jantzen theologische Literatur sowie Kinder- und Erziehungsliteratur – ein Themengebiet, das ihr als Mutter von zwei kleinen Kindern am Herzen liegt.

Mit Menschenrechts-Themen beschäftigt sich Annette Jantzen seit einem Jahresaufenthalt in Israel und ihrer mehrjährigen Mitarbeit bei Amnesty International Straßburg.

 

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Weltflüchtlingstag 2009

Medienliste zum Weltflüchtlingstag (20. Juni) mit Sachbüchern, Biografien und Romanen über Flüchtlingsschicksale. [mehr]

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