Drei Geschichten machen Kindern Mut, brenzlige Situationen selber zu lösen und zu sich selber zu stehen.
Der hochdekorierte belgische Autor Bart Moeyaert erzählt in knappen, aber aussagekräftigen und sehr poetischen Sätzen von Kindern in schwierigen Situationen und bietet ihnen gangbare Wege, diese zu meistern. Rosie findet einen Liebesbrief, und anstatt ihn in den Briefkasten zu werfen, nimmt sie ihn mit nach Hause und versucht gar voller Neugier, ihn zu öffnen. Ihre Mutter erwischt sie und Rosie muss dem Adressaten beichten. Tom hat furchtbar Krach mit Mama und verkriecht sich mit dem Gefühl, ungeliebt zu sein, pocht aber hinterher genauso auf sein Recht auf Eigenständigkeit und Abgrenzung.
Die dritte Geschichte bietet zum Thema Gewalt in der Schule eine pfiffige Möglichkeit zur Selbsthilfe. Die Grundtendenz in den Erzählungen ist, das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken. Dadurch hebt sich das Buch qualitativ weit aus der Masse der vergleichbaren Literatur hervor. Die gelungenen Illustrationen der unvergleichlichen Rotraut Susanne Berner unterstreichen noch die Besonderheit. Ein wunderbares Buch mit Tiefgang. So sollten Erstleserbücher sein. Deshalb unverzichtbar!
(Beate Mainka)