14.06.2012

Preisverdächtig!

Das Seminar vermittelt Praxiskonzepte zu den nominierten Titeln des Deutschen Jugendliteraturpreises. Im Rahmen dreier unterschiedlicher Workshops werden kreative Vermittlungsmethoden zu den Nominierungen in den Sparten Bilder-, Kinder- und Jugendbuch erarbeitet. [mehr]

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„Wenn wir nicht ab und zu was Verrücktes tun, können wir uns gleich begraben lassen." Mit diesen Worten kommentiert eine Kellnerin Harolds Vorhaben, zu Fuß 1000 Kilometer quer durch England zu laufen. Dadurch will er eine ehemalige Arbeitskollegin vor dem Krebstod retten, bei der er tief in der Schuld steht. Mich hat der Satz angesprochen, weil er von der Sehnsucht nach Lebendigkeit spricht, die in jedem Menschen wohnt. weiter

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Stille Post

von Morten Dürr. Picus-Verlag, Wien 2010.

In der Klasse ist ein neues Mädchen, das sehr schüchtern ist. Doch weil in der Runde zum Spielen der Stillen Post jemand fehlt, wird sie dazu eingeladen. Das ist eigentlich ein sehr lustiges Spiel, bei dem die Mädchen ordentlich albern können. Der Atem kitzelt so schön am Ohr, und die Sätze werden immer komischer, je mehr Kinder teilnehmen. Doch als Anna flüstert, dass sie von ihrem Vater geschlagen wird, hört der Spaß für die anderen Spielerinnen auf. Und niemand weiß so richtig, was nun zu tun ist. Und die Eltern der Ich-Erzählerin meinen, als sie davon hören, das Kind übertreibe, denn Annas Vater macht beim Schulfest einen sehr netten Eindruck auf sie. Doch Anna besteht bei einem späteren Spiel wieder darauf, dass sie von ihrem Vater geschlagen wird. Die Hilfe kommt schließlich doch noch von den Eltern, die ihrer Tochter endlich glauben, und die Initiative ergreifen, indem sie mit der Schule sprechen. Annas Vater zieht nun von zu Hause aus.

Nicht nur Gewalt gegen Kinder wird in dem kleinen Buch hervorragend thematisiert, sondern auch die Tatsache, dass der Schein oft trügt und auch ein lächelnder Vater ein Schläger sein kann, oder die Notwendigkeit, laut zu werden, wenn traumatische Geheimnisse gelüftet werden sollen. Ab 7 Jahren sehr zu empfehlen.

Lili Aignesberger

April 2011

Hintergrund

Mit der Medienempfehlung “Erstlesebuch des Monats” zeichnet der Borromäusverein Bücher für Kinder bis 8 Jahre aus, die sich inhaltlich und gestalterisch von der Masse des Erstleseangebots abheben und damit einen wichtigen Beitrag zur Leseförderung leisten.

Erstlesebuch des Monats April 2011[mehr]

Stille Post

von Morten Dürr
PICUS VERLAG(2010)
Hardcover
ISBN-10: 3854521545 ISBN-13: 9783854521549 MedienNr.: 335566 9.90 €
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