Der Zweite Weltkrieg war überstanden und im Frühling 1947 feierte eine junge Frau ihren 21. Geburtstag und damit ihre Volljährigkeit. Ein halbes Jahr später ehelichte sie einen griechischen Prinzen und Offizier, der seit längerem in der britischen Marine diente. Ihr erster Sohn, Charles, kam im Jahr darauf zur Welt. Die Rede ist von Prinzessin Elizabeth Alexandra Mary, heute „Elisabeth II., von Gottes Gnaden Königin des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland und ihrer anderen Länder und Gebiete, Oberhaupt des Commonwealth, Verteidigerin des Glaubens“, so ihr voller Titel. Noch führte die junge Mutter ein relativ unbeschwertes Leben und besuchte ihren Ehemann Prinz Philip, Duke of Edinburgh, mehrmals für längere Zeit auf Malta, wo er von 1949 bis 1951 stationiert war. Doch das sollte sich bald ändern.
Um ihren gesundheitlich stark angeschlagenen Vater, König Georg VI., zu entlasten, übernahm Prinzessin Elizabeth immer öfter repräsentative Aufgaben. Als der König seinen für Anfang 1952 geplanten Besuch in Australien und Neuseeland absagen musste, trat an seiner Stelle Elizabeth mit ihrem Gemahl die Reise an. Diese führte über Kenia, wo das junge Paar eine Nacht im Treetops Hotel, einem Baumhaus mit damals nur einer handvoll Zimmern, verbrachte. Es war die Nacht auf den 6. Februar 1952, in der König Georg VI. im Schlaf, letztlich doch überraschend, verstarb.
"The King is dead, long live the king!" Damit das Königreich zu keiner Zeit ohne Monarch ist, wird nach dem Tod eines Königs in Großbritannien unmittelbar und automatisch der rechtmäßige Thronfolger zum neuen König bzw. zur Königin. Somit begann die Regentschaft von Königin Elizabeth II. nicht erst mit der Krönungszeremonie am 2. Juni 1953 in Westminster Abbey, sondern zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt in den frühen Morgenstunden des 6. Februars 1952 auf einem Baumhaus in Kenia.
Die Nachricht ereilte Elizabeth in Kenia noch am selben Tag. Die Königin kehrte umgehend nach London zurück, wo sie als neues Staatsoberhaupt von Premierminister Winston Churchill empfangen wurde. Ihre erste offizielle Aufgabe war das Staatsbegräbnis für ihren Vater.
Seit 60 Jahren ist „die Queen“ nun weltweit präsent. Obwohl Königin Elizabeth über keine direkte politische Macht verfügt, ist ihre Rolle konstitutionell wichtig. So wird beispielsweise der Premierminister offiziell von der Queen ernannt und ihre Unterschrift verleiht Parlamentsbeschlüssen Gesetzesstatus. Die Königin ist zudem das weltliche Oberhaupt der anglikanischen Church of England und der Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Sie symbolisiert die nationale Einheit und steht als Sinnbild für Kontinuität, da sie für viele „schon immer“ da war. Die heute 85-jährige Monarchin erfreut sich bester Gesundheit.
Das diamantene Jubiläum der Thronbesteigung wird offiziell am ersten Juniwochenende unter anderem mit einer riesigen Bootsparade auf der Themse und einem Jubiläumskonzert gefeiert.