Gemeinhin gilt er als "Virtuose des Grauens" - und das ist sicher nicht falsch. Doch Edgar Allan Poe war mehr. Am 19. Januar 1809 geboren, begann seine literarische Laufbahn schon früh. Mit 18 Jahren veröffentlichte er 1827 seinen ersten Gedichtband. Dann wandte er sich der Literaturkritik zu, wobei er auch den Grundstein für seine literaturtheoretischen Überlegungen zur Kurzgeschichte legte. Erst in den 1840er Jahren veröffentlichte er die Erzählungen, die seinen Ruf als Horror- und Krimischriftsteller begründeten, darunter "Der Untergang des Hauses Usher" (1839) und "Der Doppelmord in der Rue Morgue" (1840).
Sein Leben und Lebensgefühl waren überschattet vom frühen Tod der Menschen, die ihm nahe standen. Im Alter von zwei Jahren verlor er seine Eltern, 1829 starb seine Pflegemutter Frances Allan, die er sehr liebte, 1847 verstarb seiner Frau Virginia mit gerade 24 Jahren. Diese Begegnungen mit dem Tod schlugen sich in verschiedenen Erzählungen nieder, so in "Mesmeric revelation", wo ein Sterbender in Trance versetzt wird und dadurch noch eine Weile lebt, oder in "The Facts of M. Valdemars Case", wo ebenfalls der Tod hinausgezögert wird, diesmal durch technische Mittel.
Zwei Jahre nach dem Tod seiner Frau starb Poe 1849 unter ungeklärten Umständen, sichtlich psychisch und physisch angeschlagen.
Leben und Werk von Edgar Allan Poe in seiner ganzen Vielfalt beschreibt Hans-Dieter Gelfert in seiner Biographie, die rechtzeitig zu Poes 200. Geburtstag erschienen ist.