14.06.2012

Preisverdächtig!

Das Seminar vermittelt Praxiskonzepte zu den nominierten Titeln des Deutschen Jugendliteraturpreises. Im Rahmen dreier unterschiedlicher Workshops werden kreative Vermittlungsmethoden zu den Nominierungen in den Sparten Bilder-, Kinder- und Jugendbuch erarbeitet. [mehr]

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„Wenn wir nicht ab und zu was Verrücktes tun, können wir uns gleich begraben lassen." Mit diesen Worten kommentiert eine Kellnerin Harolds Vorhaben, zu Fuß 1000 Kilometer quer durch England zu laufen. Dadurch will er eine ehemalige Arbeitskollegin vor dem Krebstod retten, bei der er tief in der Schuld steht. Mich hat der Satz angesprochen, weil er von der Sehnsucht nach Lebendigkeit spricht, die in jedem Menschen wohnt. weiter

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Die drei Musketiere

Ab 1. September 2011 im Kino: Kurzweilige Neuverfilmung des abenteuerlich-romantischen Romans von Alexandre Dumas mit attraktiven Darstellern und spektakulärem 3D sowie einer soliden Mischung aus Action und Humor. - Empfohlen ab 12 Jahren.

An einer Stelle lässt Regisseur Paul W.S. Anderson Milla Jovovich als gefährlich-schöne Lady de Winter auf dem Dach eines Schlosses gegen die königlichen Wachen antreten. Nachdem sie sich zuvor ihrer schweren barocken Gewänder entledigt hat, um bei ihren Agenten-Intrigen mehr Beinfreiheit zu haben, wirbelt sie malerisch durch die Luft, um mit gezielten Hieben, Tritten und Schüssen die Überzahl ihrer männlichen Gegner auszuschalten. In dieser Sequenz, die zwischendurch mit Zeitlupe arbeitet, um auszustellen, wie die Kampfkunst die Schwerkraft besiegt, sieht Lady de Winter aus wie Alice, die ebenfalls von Milla Jovovich gespielte Heldin aus Andersons „Resident Evil“-Reihe. Das ist nicht der einzige Punkt, an dem man den Eindruck hat, visuelle, inszenatorische oder erzählerische Versatzstücke aus anderen Erfolgsfilmen vorgesetzt zu bekommen; was in der Kampfsequenz noch als augenzwinkerndes Selbstzitat durchgehen mag, entpuppt sich ansonsten als fundamentaler Mangel an eigenständiger Fantasie.

„Die drei Musketiere“ in 3D ist das filmische Äquivalent einer gecasteten Boygroup: nicht nur, weil auch hier ein verschiedene Geschmäcker bedienendes Männerquartett in Szene gesetzt wird und der Schlusssong von Take That stammt, sondern auch, weil unverdrossen bewährte Muster kopiert und zu überraschungsarmer, aber eingängiger Unterhaltung für ein jugendliches Massenpublikum kombiniert werden. Als solche funktioniert der Film durchaus: Sich locker am „unkaputtbaren“ Gerüst von Dumas’ Roman entlang hangelnd, schlagen sich die drei Musketiere und der junge Heißsporn d’Artagnan bei dem Versuch, die Ehre der Königin von Frankreich vor dem Ränkespiel des Kardinal Richelieu zu retten, in verwegenen Gefechten durch Venedig, Paris und London und stellen ihre Künste mit Degen, Fäusten und Witz unter Beweis. Kontra gibt ihnen ein illustrer Kreis von Fieslingen: Christoph Waltz als herrlich trockener, von seinem kindlichen König wie von den renitenten Musketieren genervter Richelieu, Milla Jovovich als „femme fatale“, Orlando Bloom als mode- und machtbewusster englischer Lord in einer Mischung aus Barockfürst, Rock-Star und David Beckham, Mads Mikkelsen als wortkarg-düsterer Fechtmeister mit Augenklappe. Sie alle geben genug dramaturgisches Gegengewicht ab, um das Intrigenspiel spannungsvoll am Laufen zu halten.

Das Vergnügen beim Zuschauen stammt nicht zuletzt von den Schauwerten, die der Film en masse auffährt: vom starken Ensemble über die schönen Kostüme bis zu den Raumentwürfen, prachtvollen Palast- und Stadtszenarien, die die Regie in 3D schön zur Geltung bringt. Neben den obligatorischen, gut choreografierten Degenkämpfen werden als besondere Attraktionen eine Verfolgungsjagd und ein Gefecht zwischen zwei pittoresken Luftschiffen aufgefahren. Der Tonfall des Films ist weitgehend dem Geist des alten Mantel-und-Degen-Genres verpflichtet: Das Abenteuer wird humorvoll angegangen und mit einem guten Schuss Romantik gewürzt – wobei allerdings die Deutlichkeit, mit der in den Kampfszenen das Abstechen der Gegner zelebriert wird, bisweilen nicht recht zum spielerisch-eleganten Stil passen will. Ähnlich wie die Wiederbelebung eines anderen Literatur- und Filmklassikers in „Sherlock Holmes“ von Guy Richie (fd 39 717) ist auch diese „Die drei Musketiere“-Variation des Blockbuster-Zeitalters ein nett anzuschauendes Spektakel, dem freilich jedes tiefer gehende Interesse an seinen Figuren und am Stoff und dessen Neuinterpretation abgeht. Zwar können die sympathischen Darsteller die Figuren so weit zum Leben erwecken, dass der Film nicht langweilt, Raum, sich zu entfalten und emotionale Anteilnahme zu wecken, lässt ihnen aber das stromlinienförmige Drehbuch nicht. Von der Tragik und Grandezza, mit der einst Lana Turners Lady de Winter in George Sidneys klassischer Adaption (fd 530) in den Tod ging, kann Milla Jovovich nur träumen.

Felicitas Kleiner, film-dienst

Buchempfehlung zum Film[mehr]

Die drei Musketiere und D’ Artagnan

von Nicolas Juncker
CARLSEN(2011)
Hardcover
Aufzeichnungen des jungen D’Artagnan ISBN-10: 3551786968 ISBN-13: 9783551786968 MedienNr.: 568873 24.90 €
Borro-Rezension

Als D’Artagnan endlich in die Elitegruppe der Musketiere aufgenommen wird, hat er erkannt, dass der Kampf nicht immer nur ehrbar ist.

Der Carlsen Verlag präsentiert mit diesem Hardcover-Band die klassische Mantel- und Degengeschichte D`Artagnans und der drei Musketiere als Graphic Novel. Die bekannten Protagonisten werden in Intrigen verwickelt, erleben Kämpfe und Kriege und stelle [mehr]

Ursula Reich
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