Die Jury des Deutschen Buchpreises hatte zwanzig Titel für die sog. Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert. Der Sprecher der Jury, Hubert Winkels, Literaturredakteur beim Deutschlandfunk, freute sich über „eine große und gehaltvolle Vielfalt" der deutschsprachigen Literatur. Die Jury hätte locker noch einmal zwanzig „sehr bemerkenswerte und auszeichnungswürdige Romane" benennen können, sagte er bei der Vorstellung der Longlist.
Bestechende Bandbreite
Auch die Entscheidung für die sechs Titel der „Shortlist" scheint nicht leicht gefallen zu sein. Der Sprecher der Jury, Hubert Winkels, Literaturredakteur beim Deutschlandfunk, berichtete, die Diskussion um die Titel der Shortlist habe einen ganzen Tag gedauert. „Alle Beteiligten waren beeindruckt von der Intensität der Gespräche, die oft ans Grundsätzliche rührten - der Literatur, der eigenen Arbeit -, die die ganze Verstrickung des Lesers mit einzelnen Büchern offenbarten und eben deshalb manchmal auch schmerzhaft waren." Wie schon bei seinem Statement zur Longlist bescheinigte Winkels der deutschsprachigen Literatur erneut eine „bestechende Bandbreite".
Die Preisverleihung fand am 12. Oktober 2009 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt. Ausgezeichnet wurde Kathrin Schmidt für ihren Roman "Du stirbst nicht".
Hotlist
Kaum war die Liste der zwanzig nominierten Titel veröffentlicht, stellten die deutschsprachigen Independent-Verlage ihre „Hotlist" vor, mit der sie „die Gegenwartsliteratur erst zum Leuchten" bringen wollen, wie es in ihrer Pressemitteilung heißt. Im Unterschied zum Deutschen Buchpreis deckt die „Hotlist" aber nicht nur deutschsprachige Romane der letzten zwölf Monate ab, sondern verzeichnet auch andere Genres und ausländische Autoren. Zur Begründung hieß es, „vor allem bereits etablierte Autoren traditioneller Verlage" seien auf die Nominierungsliste des Deutschen Buchpreises gelangt, mit der „Hotlist" wolle man auf neue Stimmen aufmerksam machen, „die es unbedingt zu entdecken gilt". Fünfzehn der zwanzig für den Deutschen Buchpreis nominierten Titel stammen aus Großverlagen wie Hanser, Suhrkamp oder S. Fischer.
Als Independent-Verlage verstehen sich kleine, zumeist junge Verlage, die unabhängig von Konzernen sind. In einem Dossier des Goethe-Instituts (das Sie über diesen Link finden) heißt es über die Independent-Verlage: „Sie entdecken und fördern junge Talente, leisten Pionierarbeit in der Übersetzung unbekannter Literaturen und entwickeln lokal gewachsene oder subkulturelle Literaturprogramme." Ihre Existenz beruhe oft auf Gewinnverzicht und Selbstausbeutung. Dennoch habe sich seit etwa 30 Jahren eine vielfältige unabhängige Verlagszene im deutschen Literaturbetrieb entwickelt. „Sie hat das literarische und kulturelle Leben in Deutschland wesentlich geprägt." Im Dossier des Goethe-Instituts werden eine ganze Reihe dieser Verlage porträtiert.